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Kniearthrose: Bewegungstherapie im ersten Jahr lindert Schmerzen stärker

Rüdiger Freund  |  08.10.2026 11:27 Uhr

Wer bei Kniearthrose früh mit einer Bewegungstherapie beginnt, könnte besonders stark davon profitieren. Eine Auswertung von zehn Studien mit mehr als 1.700 Teilnehmern zeigt, welche Rolle der Zeitpunkt des Trainingsbeginns spielt.

Ältere Frau, macht Gymnastik-Übungen zu Hause.
Bewegung zählt bei Arthrose zu den wichtigsten Behandlungsmethoden.
© shurkin_son/iStockphoto

Kniearthrose: Training wirkt bei kürzerer Beschwerdedauer stärker

Wer bei Kniearthrose innerhalb des ersten Jahres nach Beginn der Beschwerden mit einer Bewegungstherapie startet, profitiert offenbar stärker davon als Patienten, die schon länger unter Knieproblemen leiden. Das zeigt eine Auswertung von zehn Studien mit insgesamt 1.767 Teilnehmern.

Die Forscher untersuchten, wie sich Bewegungstherapie im Vergleich zu Behandlungen ohne entsprechendes Training auf Schmerzen und Gelenkfunktion auswirkte. Dabei zeigte sich: Patienten, deren Beschwerden seit höchstens einem Jahr bestanden, profitierten stärker von den Übungen. Der Unterschied war sowohl nach etwa drei Monaten als auch nach einem Jahr bei den Schmerzen nachweisbar. Nach einem Jahr zeigte sich zudem ein größerer Nutzen für die Gelenkfunktion.

Auch nach zwei Jahren zeigt sich ein Unterschied

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem, ob die Beschwerden seit höchstens zwei Jahren oder bereits länger bestanden. Auch bei diesem Vergleich schnitten Patienten mit kürzerer Beschwerdedauer besser ab.

Die Autoren sehen darin Hinweise auf ein günstiges Zeitfenster für die Bewegungstherapie bei Kniearthrose. Sie empfehlen deshalb, Kniebeschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen und möglichst bald mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen.

Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass Bewegung nach einem oder zwei Jahren kaum noch hilft. Auch bei länger bestehender Kniearthrose bleibt regelmäßiges Training ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Die Untersuchung wurde Dezember 2024 in der Fachzeitschrift „Osteoarthritis and Cartilage“ veröffentlicht.

Warum Bewegung bei Kniearthrose hilft

Die Vorstellung, ein von Arthrose betroffenes Knie müsse möglichst geschont werden, ist falsch. Gut trainierte Muskeln stabilisieren das Gelenk und können es entlasten. Bewegung trägt außerdem dazu bei, den Gelenkknorpel mit Nährstoffen zu versorgen.

Deshalb gehört Bewegungstherapie zu den wichtigsten Behandlungsmethoden bei Kniearthrose. Welche Übungen geeignet sind und wie stark das Knie belastet werden darf, hängt von den individuellen Beschwerden ab.

Quelle: DOI 10.1016/j.joca.2024.07.007

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