Eine „Impfung“ mit nützlichen Bakterien könnte einer Gewichtszunahme durch schlechte Ernährung vorbeugen. Darauf deuten aktuelle Forschungsergebnisse hin.

Die Forschenden haben heranwachsenden Mäusen zehn Wochen lang entweder normales oder fett- und zuckerreiches Futter gegeben. Die Hälfte jeder Gruppe erhielt wöchentlich Injektionen mit Mycobacterium vaccae, einem Bakterium, das in Kuhmilch und Erde vorkommt. Alle Mäuse bekamen etwa die gleiche Anzahl an Kalorien. Die Mäuse mit ungesunder Ernährung nahmen nach etwa sechs Wochen deutlich stärker zu als die mit normaler Ernährung. Am Ende der Studie wogen sie etwa 16 Prozent mehr und hatten deutlich mehr Bauchfett.
Ein Ergebnis war besonders überraschend: Zwischen den Mäusen mit ungesunder Ernährung, die eine „Impfung“ bekommen hatten, fand sich kein Unterschied zu den Mäusen mit gesundem Futter. Bei ihnen sammelte sich auch weniger Bauchfett an, und bestimmte Verdauungshormone und Entzündungsmarker, die bei ungesunder Ernährung vermehrt zu finden sind, blieben auf einem niedrigen Level. Auf die Vielfalt und die Zusammensetzung des Darmmikrobioms hatte die Behandlung keinen Einfluss.
„Dies deutet darauf hin, dass Mycobacterium vaccae die übermäßige Gewichtszunahme, die durch eine ungesunde Ernährung verursacht wird, wirksam verhindert“, folgerte Dr. Luke Desmond von der Universität Colorado in Boulder aus den Ergebnissen. In früheren Untersuchungen hatte die Forschungsgruppe herausgefunden, dass die Impfung mit dem Bakterium Mycobacterium vaccae stressbedingte Entzündungen und daraus resultierende Gesundheitsprobleme bei Mäusen verhindern kann.
Quelle: DOI 10.1016/j.bbi.2024.12.029
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