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Müde am Steuer? Ein kurzes Nickerchen hilft besser als Kaffee

Katrin Faßnacht-Lee  |  16.10.2026 08:26 Uhr

Wer beim Autofahren müde wird, greift oft zu Kaffee oder öffnet das Fenster. Eine Befragung zeigt, was Betroffene außerdem versuchen – und was wirklich helfen kann.

Mann, gähnt am Steuer.
Einer Umfrage zufolge fühlte sich fast jeder zweite Autofahrer schon einmal so müde, dass er sich hinterm Steuer nicht mehr sicher fühlte.
© Olga Yastremska/iStockphoto

20 bis 30 Minuten Schlaf können für bis zu zwei Stunden helfen

Bei Müdigkeit am Steuer kann ein Nickerchen von 20 bis 30 Minuten helfen, die Wachheit für bis zu zwei Stunden wieder zu verbessern. Darauf weist Jake Nelson, Leiter für Verkehrssicherheit und Forschung beim US-Automobilverband AAA, hin. Wer zu schläfrig ist, sollte die Fahrt unterbrechen und an einem sicheren Ort schlafen. Sonst kann die Schläfrigkeit tödliche Folgen haben: Nach Angaben der AAA Foundation for Traffic Safety trägt sie in den USA jährlich zu mehr als 6.000 Todesfällen im Straßenverkehr bei.

Was Autofahrer sonst versuchen, um wach zu bleiben

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine US-Onlinebefragung im Auftrag der American Academy of Sleep Medicine (AASM): 41 Prozent der 2.007 befragten Erwachsenen hatten sich beim Fahren schon so schläfrig gefühlt, dass ihre Fähigkeit zum sicheren Fahren beeinträchtigt war. Um wach zu bleiben, hatten die schläfrigen Befragten folgendes versucht:

  • 65 Prozent: Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke trinken
  • 59 Prozent: ein Fenster öffnen
  • 52 Prozent: das Radio lauter stellen
  • 50 Prozent: anhalten und eine Pause machen, etwa zum Schlafen, Gehen oder für einen Toilettengang
  • 44 Prozent: Wasser trinken
  • 37 Prozent: einen Snack essen
  • 28 Prozent: telefonieren
  • 23 Prozent: ein Hörbuch oder einen Podcast hören

Kaffee & Co. ersetzen keinen Schlaf

Kaffee kann die Wachheit vorübergehend steigern. Ausreichenden Schlaf ersetzt er aber nicht. Auch frische Luft oder ein lautes Radio können laut Nelson kurzfristig ein wacheres Gefühl vermitteln, ohne den fehlenden Schlaf auszugleichen. Müdigkeit kann bereits vor dem Einschlafen die Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und das Urteilsvermögen beeinträchtigen. Bei kurzen Schlafepisoden, dem sogenannten Sekundenschlaf, kann die Kontrolle über das Fahrzeug verloren gehen.

Tipps für sichere Autofahrten

Für lange Fahrten empfiehlt die Fachgesellschaft beispielsweise, sich mit einem ausgeschlafenen Mitfahrer am Steuer abzuwechseln. Fahrten spät nachts und früh morgens sollten möglichst vermieden werden. Als regelmäßige Schlafdauer empfiehlt die AASM Erwachsenen mindestens sieben Stunden pro Nacht. Wird man unterwegs schläfrig, ist ein sicherer Rastplatz für eine Schlafpause die bessere Wahl, als sich mit Kaffee zum Weiterfahren zu bringen.

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