Jedes Jahr wählt der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde eine Heilpflanze aus, um auf ihre Bedeutung in der Naturheilkunde aufmerksam zu machen. 2025 fällt die Wahl auf die Schafgarbe – eine Pflanze mit jahrtausendealter Tradition in der Heilkunde.

Die Schafgarbe, botanisch Achillea millefolium, wurde bereits in der Antike als Heilmittel genutzt. Der Legende nach soll der griechische Held Achilles das Kraut zur Wundheilung verwendet haben – daher ihr Name. Auch die deutsche Bezeichnung „Schafgarbe“ verweist auf ihre heilende Wirkung. Das althochdeutsche Wort „garvan“ bedeutet „heilen“ und zeigt, dass das Wissen um ihre Wirkung tief in der Kulturgeschichte verwurzelt ist.
Bereits im 1. Jahrhundert beschrieb der griechische Arzt Dioskurides die Pflanze in seiner Arzneimittellehre. Später, im Mittelalter, empfahl die berühmte Heilkundige Hildegard von Bingen die Schafgarbe gegen Wunden und Fieber. Auch in der frühen Neuzeit fand sie ihren festen Platz in der Kräuterheilkunde: Der Botaniker Tabernaemontanus widmete ihr in seinem Kräuterbuch ganze Kapitel.
Die Schafgarbe ist reich an ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Flavonoiden. Diese wertvollen Inhaltsstoffe machen sie zu einer vielseitigen Heilpflanze. Besonders bekannt ist ihr Einsatz bei:
Verdauungsbeschwerden: Sie unterstützt Magen und Darm und wirkt krampflösend.
Frauenleiden: Bei Menstruationsbeschwerden kann sie Linderung verschaffen.
Wundheilung: Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften helfen bei kleineren Verletzungen.
Die Schafgarbe kann als Tee, Tropfen oder Dragee eingenommen werden und wird in der Naturheilkunde bis heute geschätzt. Dennoch betont der Studienkreis, dass weitere wissenschaftliche Studien nötig sind, um die Wirksamkeit noch genauer zu erforschen.
Seit 1999 kürt der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde die Arzneipflanze des Jahres. Ziel dieser Initiative ist es, das Wissen über Heilpflanzen zu bewahren und ihre medizinische Bedeutung in Erinnerung zu rufen. Der interdisziplinäre Studienkreis wurde an der Universität Würzburg gegründet und setzt sich aus Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen.
Mit der Wahl der Schafgarbe rückt 2025 eine Heilpflanze in den Fokus, die eine lange Tradition hat und auch heute noch vielen Menschen hilft. Ob als Tee oder in anderen Zubereitungen – die Schafgarbe bleibt ein wertvolles Naturheilmittel.
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