Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist und dadurch gesundheitliche Störungen entstehen, insbesondere an den Knochen. Diese werden nicht mehr ausreichend mineralisiert und können weich werden. Bei Kindern kann dies zu Rachitis, bei Erwachsenen zu Osteomalazie führen. Eine unzureichende Versorgung hingegen beschreibt erniedrigte Vitamin-D-Spiegel ohne bereits ausgeprägte Krankheitszeichen.
Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Muskelfunktion. Es fördert die Calciumaufnahme im Darm und fördert die Härtung der Knochen. Der Körper bildet Vitamin D vor allem selbst mithilfe des Sonnenlichts. Zu einem geringen Mass trägt auch die Ernährung zur Versorgung bei.
Von einer unzureichenden Versorgung spricht man, wenn die Vitamin-D-Spiegel im Körper zwar unter dem empfohlenen Bereich liegen, aber noch keine eindeutigen Krankheitszeichen auftreten. In Deutschland betrifft das einen grossen Teil der Bevölkerung. Rund 15 Prozent der Bevölkerung zeigen Vitamin-D-Spiegel, bei denen ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel besteht. Ein Vitamin-D-Mangel hingegen liegt vor, wenn die Versorgung so niedrig ist, dass es zu gesundheitlichen Störungen kommt. Besonders betroffen sind die Knochen. Bei Kindern kann ein ausgeprägter Mangel zur Rachitis führen. Hier werden die Wachstumsfugen und Knochen nicht ausreichend mineralisiert. Bei Erwachsenen kommt es einer sogenannten Osteomalazie, bei der die Knochen nicht ausreichend mineralisiert sind. Bei beiden Krankheiten werden die Knochen weich und verformen leichter.
Eine unzureichende Versorgung bleibt oft lange unbemerkt. Es können unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder Muskelschwäche auftreten, die aber nicht eindeutig zugeordnet werden können. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel entwickelt sich meist schleichend. Bei Kindern entsteht mitunter eine Rachitis. Der Mangel zeigt sich unter anderem durch Wachstumsstörungen, Verformungen der Knochen, eine verzögerte Bewegungsentwicklung oder Krampfanfälle. Bei Erwachsenen kann ein Vitamin-D-Mangel zu Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Muskelschwäche und schneller Erschöpfung führen. Mögliches Krankheitsbild ist die Osteomalazie. Vitamin-D-Mangel kann ausserdem, gerade bei älteren Menschen, Knochenschwund (Osteoporose) begünstigen.
Bleibt ein Vitamin-D-Mangel unbehandelt, kann die Knochenstruktur dauerhaft geschädigt werden. Bei Kindern entstehen durch Rachitis Fehlstellungen wie verbogene Beine oder Veränderungen am Skelett. Bei Erwachsenen kommt es bei Osteomalazie zu einer Knochenerweichung, wodurch die Knochen leichter brechen können.
Auch eine längerfristige unzureichende Versorgung kann die Knochengesundheit beeinträchtigen, da das volle präventive Potenzial von Vitamin D nicht ausgeschöpft wird.
Die wichtigste Ursache für einen Vitamin-D-Mangel ist eine zu geringe Bildung von Vitamin D in der Haut durch Sonnenlicht. Im Sommer kann der Mensch hierzulande in der Regel genug Vitamin D bilden. Dazu reicht es, Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen, abhängig vom Hauttyp und ohne Sonnenbrand zu riskieren. Im Winter reicht die UV-Strahlung in Deutschland nicht zur Vitamin-D-Versorgung aus. Gut gefüllte Speicher können aber dazu beitragen, dass kein Mangel entsteht. Erkrankungen, die die Aufnahme oder den Stoffwechsel von Vitamin D beeinträchtigen, können ebenfalls Ursache für einen Vitamin-D-Mangel sein.
Manche Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet einen Vitamin-D-Mangel zu bekommen. Dazu gehören:
Das macht der Arzt: Der Arzt klärt bei Verdacht auf einen Mangel die Vitamin-D-Werte im Blut ab und entscheidet, ob eine Behandlung notwendig ist. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann eine gezielte Gabe von Vitamin-D-Präparaten erfolgen, um die Versorgung wieder zu normalisieren.
Das kann man selbst tun: Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sollte man darauf achten, sich in den Sommermonaten ausreichend im Freien aufzuhalten. Die Haut bildet ausreichend Vitamin D, wenn Gesicht, Hände und Arme mehrmals die Woche ungeschützt etwa 5 bis 25 Minuten der Sonne ausgesetzt sind. Auch manche Lebensmittel können die Versorgung mit Vitamin D unterstützen. Dazu gehören fette Seefische wie Hering, Makrele oder Lachs sowie beispielsweise Speisepilze.
Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, (2005) - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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