Windpocken sind eine hoch ansteckende Virusinfektion, die typischerweise im Kindesalter auftritt. Obwohl die „Kinderkrankheit“ meist harmlos verläuft, kann sie bei Erwachsenen oder bestimmten Risikogruppen auch schwerer ausfallen. Erfahren Sie, wie sich Windpocken äußern, welche Komplikationen bei Erwachsenen möglich sind und warum die Impfung sinnvoll ist.

Windpocken – medizinisch Varizellen genannt – werden durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht. Die Erkrankung betrifft meist Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter, ist hochansteckend und wird über Tröpfcheninfektion oder Schmierkontakt mit Bläscheninhalt übertragen.
Typisch ist der juckende Hautausschlag mit roten Flecken, Bläschen und Krusten, der in mehreren Schüben auftritt – oft begleitet von leichtem Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl.
Windpocken verlaufen in der Regel mild, können aber in bestimmten Fällen Komplikationen verursachen, etwa bei Erwachsenen, Schwangeren oder immungeschwächten Personen. Eine durchgemachte Infektion hinterlässt lebenslange Immunität – das Virus bleibt jedoch im Körper und kann Jahre später eine Gürtelrose (Herpes Zoster) auslösen.
Seit 2004 wird in Deutschland die Impfung gegen Windpocken für alle Kinder empfohlen – sie schützt zuverlässig vor schweren Verläufen und reduziert das Risiko späterer Folgeerkrankungen. Vor 2004 erkrankten jährlich etwa 750.000 Kinder und Erwachsene an Windpocken. Im Jahr 2020 wurden etwa 11.300 Windpocken-Erkrankungen gemeldet. Über 90 Prozent der Erkrankten waren ungeimpft.
In Kitas, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen sind Windpocken meldepflichtig – das Gesundheitsamt muss informiert werden. Trotz des Namens haben Windpocken nichts mit den echten Pocken zu tun. Sie gehören zur Familie der Herpesviren.
Windpocken beginnen meist mit allgemeinen Erkältungssymptomen und leichtem Fieber. Innerhalb weniger Tage entwickelt sich der typische Hautausschlag, der in mehreren Wellen auftreten kann.
Typische Beschwerden:
Starker Juckreiz ist oft das belastendste Symptom, besonders bei Kindern
Typisch für Windpocken ist das gleichzeitige Nebeneinander von Flecken, Bläschen und Krusten („Sternenhimmel“). Nach etwa sieben bis zehn Tagen ist der Ausschlag meist abgeheilt.
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch) beträgt bei Windpocken in der Regel 13 bis 16 Tage. Bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten des Ausschlags sind Betroffene ansteckend und bleiben es bis alle Bläschen verkrustet sind – meist etwa fünf bis sieben Tage nach Beginn der Hautveränderungen.
Bei Kindern verlaufen Windpocken meist mild und folgenlos. Nach ein bis zwei Wochen ist die Erkrankung in der Regel überstanden. Der Ausschlag heilt von selbst ab, wobei das Kratzen an den Bläschen kleine Narben hinterlassen kann.
Doch auch wenn Windpocken meist harmlos wirken, sind sie keine Bagatelle – insbesondere bei bestimmten Risikogruppen. Dazu gehören:
Bei diesen Gruppen kommt es mitunter zu Komplikationen wie:
Mit der Impfung lassen sich solche Komplikationen deutlich verringern – vor allem bei besonders gefährdeten Menschen.
Übrigens: Wer eine Gürtelrose hat, kann andere nicht mit Gürtelrose, sondern nur mit Windpocken anstecken (über Kontakt mit Bläscheninhalt) – und auch das nur, wenn die Kontaktperson noch keine Windpocken hatte oder nicht geimpft ist.
Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst – ein Herpesvirus, das äußerst ansteckend ist. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch direkter Kontakt mit dem Bläscheninhalt kann zur Ansteckung führen.
Windpocken sind so ansteckend, dass 90 Prozent der ungeimpften Kontaktpersonen erkranken, wenn sie mit dem Virus in Berührung kommen.
Nach einer durchgemachten Infektion besteht lebenslange Immunität gegen Windpocken – aber das Virus bleibt im Körper und kann später als Gürtelrose wieder aktiv werden.
Die Diagnose von Windpocken erfolgt in der Regel klinisch, also durch Blickdiagnose. Der typische Hautausschlag mit gleichzeitig vorhandenen roten Flecken, Bläschen und Krusten („Sternenhimmel“) ist meist eindeutig.
Was der Arzt oder die Ärztin berücksichtigt:
In seltenen Fällen – etwa bei ungewöhnlichem Verlauf oder immungeschwächten Personen – kann ein Labor- oder PCR-Test auf das Varizella-Zoster-Virus nötig sein, um Windpocken sicher zu bestätigen oder abzugrenzen, zum Beispiel von Herpesinfektionen oder allergischen Hautreaktionen.
In den meisten Fällen verlaufen Windpocken mild und können zu Hause behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, Juckreiz und Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Behandlung bei Windpocken:
Bläschen sollten nicht aufgekratzt werden – so lassen sich Narben und bakterielle Infektionen vermeiden.
Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Windpockenimpfung für alle Kinder. Geimpft wird in der Regel mit einem Lebendimpfstoff in zwei Dosen. Die erste Impfung erfolgt im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten.
Die Impfung kann einzeln oder als Kombinationsimpfung mit Masern, Mumps und Röteln (MMRV) erfolgen. Auch Jugendliche und Erwachsene, die weder geimpft noch erkrankt sind, können die Impfung nachholen – besonders wenn sie engen Kontakt zu Risikopersonen haben (z. B. Schwangere, immungeschwächte Menschen, Jobs im Gesundheitswesen).
Die Impfung schützt zuverlässig vor der Erkrankung und verringert auch das Risiko, später eine Gürtelrose zu entwickeln.
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