Bei der Zytomegalie handelt es sich um eine Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV). Für gesunde Erwachsene ist die Infektion meist harmlos. Gefährlich kann sie jedoch für ungeborene Kinder, Frühgeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden. Nach der Ansteckung bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann später erneut aktiv werden.
Bei der Zytomegalie handelt es sich um eine Infektion mit dem Cytomegalivirus (CMV), das zur Familie der Herpesviren gehört. Zytomegalie ist weit verbreitet: Etwa jede zweite erwachsene Person in Deutschland trägt das Virus in sich. In den meisten Fällen verläuft die Infektion unauffällig. Das Virus verbleibt nach der Erstinfektion in einer Ruhephase im Körper. Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei einem geschwächten Immunsystem, kann es sich wieder vermehren und Beschwerden verursachen.
Bei Menschen mit intaktem Immunsystem verursacht eine CMV-Infektion meist keine oder nur milde Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, ähneln sie häufig einer Erkältung oder einem grippalen Infekt. Dazu gehören Müdigkeit, leichtes Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen und gelegentlich Husten. Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Anzeichen beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen. Viele Betroffene merken gar nicht, dass sie sich infiziert haben. Auch schwangere Frauen zeigen meist keine Symptome.
Bei bestimmte Risikogruppen besteht die Gefahr für einen schweren Verlauf. Dazu zählen
Wird ein Kind während der Schwangerschaft infiziert, kann es zu Wachstumsstörungen, Hörschäden sowie Schädigungen von Gehirn und Nerven kommen. Manche Folgen zeigen sich erst Monate oder Jahre nach der Geburt. Bei Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr und Frühgeborenen kann Zytomegalie Entzündungen verschiedener Organe verursachen, etwa der Lunge, Leber, des Darms oder des Auges, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Ausserdem kann das Virus im späteren Leben erneut aktiv werden.
Das Cytomegalievirus wird durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel, Urin, Blut, Tränenflüssigkeit, Muttermilch oder Genitalsekret geschehen. Daher gibt es viele Wege, sich anzustecken, zum Beispiel beim Küssen, Stillen, Geschlechtsverkehr oder beim Windelwechsel. Auch eine Ansteckung durch Blutprodukte und transplantierte Organe ist möglich. In der Schwangerschaft kann eine werdende Mutter das Virus auf das ungeborene Kind übertragen.
Das macht der Arzt: Bei Bedarf kann eine CMV-Infektion durch Blut- oder Urinuntersuchungen festgestellt werden. Gesunde Menschen benötigen meist keine Behandlung. Bei Risikopersonen kommen gegebenenfalls virushemmende Medikamente zum Einsatz. Neugeborene, die sich schon im Mutterleib mit dem Virus infiziert haben, werden in Absprache mit neonatologischen Zentren behandelt. Diese sind auf die Versorgung von Neugeborenen spezialisiert.
Das kann man selbst tun: Da es keine Impfung gegen Zytomegalie gibt, ist für Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe Vorbeugung wichtig, zum Beispiel durch konsequente Hygienemassnahmen.
Schwangere, die noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten, sollten besonders vorsichtig sein. Zu den präventiven Massnahmen gehört gründliches und häufiges Händewaschen, vor allem nach Kontakt mit Kleinkindern, Besteck, Geschirr oder Handtücher nicht mit anderen teilen und Schnuller von Kindern nicht in den Mund nehmen. Schwangere sollten engen Kontakt mit Speichel oder Urin von Säuglingen und Kleinkindern möglichst vermeiden, also auch auf Küssen verzichten.
Ein Antikörper-Test kann bei Kinderwunsch vor einer Schwangerschaft sinnvoll sein. Er wird aber derzeit meist nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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