Eine frühe Diagnose ist bei Demenz sehr wichtig: Nur so kann eine Therapie frühzeitig beginnen, um Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen möglichst lang zu bewahren. Doch wie erkennt man Demenz in einem frühen Stadium – und was ist dann zu tun?

Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar. Ein früher Therapiestart mit bestimmten Medikamenten, sogenannten Antidementiva, ist dennoch sinnvoll, da sich das Fortschreiten der Erkrankung damit verzögern lässt, betonte die Neurologin Dr. Silke Wunderlich vom Klinikum rechts der Isar der TU München bei einer Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Hamburg und der Landesgruppe Hamburg der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG).
Wunderlich gab einige Tipps, um eine normale, altersbedingte Vergesslichkeit von einer möglichen Demenz zu unterscheiden. Bei Altersvergesslichkeit sei das semantische Gedächtnis erhalten und eher das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt. Bei einer Alzheimer-Demenz dagegen sei zuerst das Kurzzeitgedächtnis betroffen – es werden z.B. Dinge verlegt oder der Herd angelassen. Wortfindungsstörungen, ungewohnte Formulierungen und auch Geruchsstörungen seien ebenso typisch.
Angehörige können auf Auffälligkeiten im Gespräch achten: Wiederholt sich der Patient häufig? Hat er Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden? Hat er Schwierigkeiten beim Zahlvorgang? Das spreche Wunderlich zufolge für eine Demenz. Das gelte auch, wenn die Gedächtnisstörungen mit der Zeit immer deutlicher werden oder etwa eine mangelnde Urteilsfähigkeit hinzukommt, z.B. das Tragen wetterunpassender Kleidung.
Weitere Orientierung bieten folgende zehn Fragen (basierend auf einem Demenz-Selbsteinschätzungstest der Demenzhilfe Deutschland), die ein Patient mit nie (0 Punkte), selten (1 Punkt) gelegentlich (2 Punkte), oft (3 Punkte) oder ständig (4 Punkte) beantworten soll.
Liegt der Punktwert bei mehr als 15, ist ein Besuch beim Hausarzt ratsam.
Der Hausarzt wird den Pateinten körperlich untersuchen, Begleitsymptome wie Depressionen und Angst erfragen, neuropsychologische Tests sowie kognitive Kurztests durchführen, aber auch die Angehörigen-Einschätzung berücksichtigen und einen Blick auf die bestehende Medikation werfen. Auch ein ausführliches Blutbild gehört dazu, um beispielsweise eine Schilddrüsen- oder Elektrolytstörungen auszuschließen. Zu einer finalen Diagnose gehöre Wunderlich zufolge auch ein bildgebendes Verfahren, um andere Erkrankungen auszuschließen und zu differenzieren, welcher Demenztyp vorliegt.
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