SeniorenGesundheit

Wann Demenz heilbar ist

pta-Forum  |  03.02.2024

Gedächtnisprobleme müssen nicht immer auf eine unheilbare Demenzform wie Alzheimer hinweisen. Es gibt auch sogenannte sekundäre Demenzen, die reversibel, also heilbar sind. Die Alzheimer Forschung Initiative rät daher, auftretende Gedächtnisprobleme nicht zu verdrängen oder zu ignorieren, sondern frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.

Ältere Frau, schaut zur Seite.
Gedächtnisprobleme sollten am besten immer zeitnah beim Arzt abgeklärt werden, denn in vielen Fällen sind die Ursachen behandelbar.
© Jacob Wackerhausen/iStockphoto

Der Begriff Demenz steht als Oberbegriff für mehr als 50 Erkrankungen. Die bekannteste und häufigste Form davon ist mit 60 bis 70 Prozent die Alzheimer-Demenz, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben und die bislang weder heil- noch aufhaltbar ist.

Doch nicht immer handelt es sich beim Auftreten von typischen Demenzsymptomen auch um eine unheilbare Erkrankungsform. Bei den sogenannten „sekundären“ Demenzformen ist die Demenz Folge einer anderen Grunderkrankung und damit häufig reversibel. Wird diese erkannt, können die Symptome behandelt und häufig sogar vollständig beseitigt werden. Reversible Demenzen machen etwa 9 bis 10 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Folgende Grunderkrankungen können der Auslöser sein:

Altershirndruck

Beim Altershirndruck ist der Abfluss des Nervenwassers im Kopf gestört, mit der Folge, dass zu viel Nervenwasser auf das Gehirn drückt und es auf Dauer schädigen kann. Gedächtnisprobleme sind typisch für Betroffene, häufig wird eine beginnende Demenz vermutet. Weitere Symptome sind Blasenschwäche und Unsicherheit beim Gehen. Altershirndruck kann durch eine kleine Operation behoben werden. Mit dem Druck verschwinden auch die Gedächtnisstörungen. Je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser die Ergebnisse.

Delirium

Ein Delir (oder Delirium) ist ein vorübergehender, akuter Verwirrtheitszustand mit vielfältigen Symptomen: Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Gedächtnis sind gestört. Anders als eine sich schleichend entwickelnde Demenz tritt das Delir plötzlich auf und ist zeitlich begrenzt. Auslöser für ein Delir kann körperlicher Stress (schwerer operativer Eingriff, falsche Medikamente, Dehydrierung, Infektionen, Schlaganfall, Herzinfarkt) wie auch emotionale Belastung sein (Schmerzen, Schock).

Ein Delir kann lebensbedrohlich sein, weshalb bei Verdacht immer sofort der notärztliche Dienst gerufen werden sollte. Es ist grundsätzlich gut behandelbar, Betroffene können sich vollständig erholen.

Hirntumore

Ein Hirntumor ist eine Geschwulst im Gehirn, deren Zellen sich unkontrolliert teilen und vermehren. Sie können Hirngewebe, Hirnhäute und Hirnnerven befallen und rufen je nach Lage unterschiedliche Symptome hervor. Die einer Demenz gleichen Symptome können Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Persönlichkeitsveränderungen, aber auch Apathie und Depressionen sein. Auch Hirntumore sind behandelbar und können häufig durch eine vollständige operative Entfernung geheilt werden. Betroffene können danach wieder beschwerdefrei leben können.

Vitaminmangel

Auch Vitaminmangelkrankheiten, insbesondere ein Mangel an Vitamin B12, kann Gedächtnisstörungen, Verhaltensänderungen oder Unruhe hervorrufen – Symptome, die denen einer Demenzerkrankung sehr ähnlich sind. Gerade ältere Menschen sind gefährdet, da sich diese häufig zu wenig oder zu vitaminarm ernähren.

Ein Vitaminmangel ist per Bluttest leicht feststellbar und kann durch eine Anpassung der Ernährung, Tabletten oder Infusionen sehr gut behandelt werden. Ist der Mangel behoben, lassen auch die Demenzsymptome nach.

Depressionen

Eine weitere Erkrankung, deren Symptome einer Demenz ähnlich sein können, ist die Depression. Zwar sind die bekanntesten Anzeichen eine gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit, doch eine Depression bringt häufig auch weitere, unauffälligere Signale mit sich, die an eine Demenz denken lassen: Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit oder Entscheidungsschwierigkeiten. Auch Rastlosigkeit und Unruhe treten bei beiden Erkrankungen auf. Depressionen sind sehr häufig gut behandelbar, sodass die Symptome gelindert und die Lebensqualität wieder verbessert werden kann.

Andere Ursachen

Die möglichen weiteren Ursachen für Demenzsymptome sind vielfältig. So können zum Beispiel auch Wechselwirkungen zwischen Medikamenten Verwirrtheit auslösen. Ebenso Dehydrierung, also ein Flüssigkeitsmangel im Körper durch zu wenig Trinken. Auch Erkrankungen der Schilddrüse, Nieren oder Leber sowie Hirnschädigungen durch Vergiftungen können demenzähnliche Symptome hervorrufen.

Wie die Alzheimer Forschung Initiative betont, sollten Betroffene ihre Symptome bei jeglichem Verdacht auf eine Demenzerkrankung abklären lassen. Denn sowohl bei Demenzerkrankungen wie Alzheimer, als auch bei den reversiblen Demenzen bringt frühzeitiges Handeln schnell Klarheit und verbessert die Behandlungsmöglichkeiten.

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