In den USA gibt es derzeit einen großen Masernausbruch unter Kindern und Jugendlichen. In Texas ist nun ein Kind infolge einer Maserninfektion gestorben – der erste Todesfall durch Masern in den USA seit zehn Jahren.

Die Ausbrüche haben bereits zu mehreren Schulschließungen geführt, und knapp ein Viertel der bekannten Fälle wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Arzt der örtlichen Gesundheitsbehörde John Turner sagte: „Texas erlebt derzeit den größten Masernausbruch seit Jahrzehnten.“ Wissenschaftler halten die bisher etwa 100 bekannten Fälle für „die Spitze des Eisbergs“.
Masern sind hochansteckend, und zwar schon Tage, bevor Symptome auftreten. Im Schnitt steckt jede infizierte Person 18 weitere ungeimpfte Menschen an. Problematisch bei der Erkrankung ist, dass sie schwerwiegende Folgen haben kann: Bei jedem 1.000. Fall kommt es zu einer Gehirnentzündung, an der 5 bis 10 Prozent der Betroffenen sterben. Doch auch wenn die Gehirnentzündung überlebt wird, hinterlässt sie bei 20 bis 30 Prozent geistige Behinderungen, Lähmungen oder Blindheit. Sogar Jahre nach einer überstandenen Infektion kann es zudem zu einer tödlich endenden Erkrankung des Gehirns und Nervensystems kommen, der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE). Auch das Immunsystem kann für längere Zeit nach der Infektion stark geschwächt sein.
Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Masern lassen sich aber durch eine Schutzimpfung vermeiden: Impfprogramme haben die Ausbreitung jahrzehntelang erfolgreich unterdrückt, wodurch die Krankheit in den USA um die Jahrhundertwende herum offiziell ausgerottet war.
Doch die Impfbereitschaft ist zurückgegangen, und auch in Europa haben deshalb größere Masernausbrüche zwischen 2022 und 2023 um das 45-fache zugenommen. Der Grund dafür ist das „Vorsorge-Paradox“: Während es vor der Schutzimpfung zahlreiche Todesfälle und Behinderungen durch Masern gab, wurde die Krankheit durch den guten Impfschutz in der Bevölkerung quasi „unsichtbar“. Deshalb schätzen viele Eltern fälschlicherweise das Risiko durch eine Impfung als höher ein als das durch die Erkrankung.
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