Ein ungewöhnlich starker Ausbruch von Meningitis in Großbritannien zeigt, wie wichtig die Meningokokken-Impfung ist: Es wird von zwei Todesfällen berichtet.

Britische Gesundheitsbehörden gaben einen ungewöhnlich starken Ausbruch von Meningitis bekannt. Bis zum 23. März 2026 wurden 27 Fälle gemeldet, von denen zwei tödlich endeten. Fachleute in Deutschland nehmen das zum Anlass, Eltern auf den Nutzen der Schutzimpfung bei Kindern hinzuweisen.
Der jüngst in Großbritannien beobachtete Ausbruch geht auf einen Nachtclub in Canterbury zurück, den mindestens zehn der Erkrankten zwischen dem 5. und 7. März besucht hatten. Viele der Betroffenen sind Studierende der Universität Kent. Auch an vier Schulen in Kent und einer Londoner Hochschule gab es Fälle. Meningitis kann durch engen Kontakt wie Küssen oder das Teilen von E-Zigaretten und Getränken übertragen werden.
Der erste Fall wurde am 13. März gemeldet. Seitdem ist diese Zahl rasant auf 27 Verdachtsfälle angestiegen, von denen 15 bereits bestätigt wurden. Zwei Personen sind an Meningitis gestorben.
Fachleute bezeichnen den Ausbruch wegen seiner ungewöhnlich schnellen und starken Ausbreitung für beispiellos. „In meinen 35 Jahren Berufserfahrung habe ich noch nie so viele Fälle dieser Art von Infektion an einem einzigen Wochenende gesehen“, erklärte Susan Hopkins, Leiterin der britischen Gesundheitsbehörde. „Es sieht nach einem Superspreader-Ereignis aus, mit anhaltender Ausbreitung in den Studentenwohnheimen der Universitäten.“ Alle Besucher des Nachtclubs am Wochenende des Ausbruchs wurden zur Einnahme von Antibiotika aufgerufen, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.
Meningitis wird von Bakterien (Meningokokken) hervorgerufen. Sie verursachen eine seltene, aber äußerst schwerwiegende Erkrankung, die zur Hirnhautentzündung führen kann. Bakterielle Meningitis muss in der Regel im Krankenhaus behandelt werden.
Meningokokken werden von Menschen übertragen, die die Bakterien im Rachen oder in der Nase tragen, ohne selbst Symptome zu entwickeln. Der Ausbruch in Großbritannien wurde bei mindestens neun der bestätigten Fälle von B-Meningokokken ausgelöst.
Zu den ersten Symptomen einer Meningitis zählen:
Die Krankheit kann schnell fortschreiten und schwere Spätfolgen wie Sehstörungen, Hörverlust, Lähmungen, geistige Behinderung oder Tod verursachen.
„Anfangs werden die Symptome oft mit denen eines harmlosen grippalen Infekts verwechselt. Aber spätestens, wenn neben Kopfschmerzen auch Bewusstseinsstörungen oder neurologische Symptome wie epileptische Anfälle auftreten, muss an eine Meningitis gedacht werden. Betroffene sollten keine Zeit verlieren und die 112 wählen“, sagte Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
Meningitis kann durch eine Schutzimpfung gegen B-Meningokokken verhindert werden, die in Deutschland zu den Standardimpfungen im Säuglingsalter zählt. Im Alter von 12 bis 14 Jahren wird außerdem gegen Meningokokken A, C, W und Y geimpft.
„Die Impfung schützt die Geimpften und trägt dazu bei, dass bei das Meningitisrisiko insgesamt deutlich abnimmt. Doch durch die Impfmüdigkeit der Bevölkerung haben Infektionskrankheiten leider wieder Aufwind“, stellte Berlit fest.
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