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Sauna: So schnell reagiert das Immunsystem auf die Hitze

Dr. Frank Schäfer  |  03.11.2026 13:21 Uhr

Schon ein einzelner Saunagang bringt das Immunsystem in Bewegung: Die Zahl verschiedener Abwehrzellen im Blut steigt an, sinkt teilweise aber schon nach 30 Minuten wieder. Finnische Forscher haben untersucht, was dabei im Körper passiert.

Älteres Paar in der Sauna
In Finnland gehört das Saunieren zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
© Miljan Živković/iStockphoto

Weiße Blutkörperchen sind ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr. Sie erkennen und bekämpfen Krankheitserreger. Finnische Forscher beobachteten in einer Studie, dass die Zahl verschiedener weißer Blutkörperchen nach einem Saunagang deutlich anstieg. Bei einigen Zelltypen hielt dieser Effekt allerdings nur kurz an.

So kehrten die Werte für neutrophile Granulozyten und Lymphozyten bereits innerhalb von 30 Minuten nach dem Saunagang auf ihr ursprüngliches Niveau zurück. Andere Abwehrzellen blieben zu diesem Zeitpunkt noch erhöht. Neutrophile Granulozyten gehören zu den ersten Abwehrzellen, die bei einer Infektion aktiv werden. Lymphozyten spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der gezielten Abwehr von Krankheitserregern.

Woher kommen die zusätzlichen Abwehrzellen?

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Saunagang Immunzellen aus dem Gewebe mobilisiert, sodass mehr von ihnen in die Blutbahn gelangen. Dort können sie durch den Körper zirkulieren und möglicherweise Krankheitserreger leichter aufspüren. Nach dem Saunagang könnten sich die Zellen wieder im Gewebe verteilen. Woher die zusätzlichen Zellen genau stammen, konnten die Forscher allerdings nicht feststellen.

Eine ähnliche kurzfristige Zunahme von Immunzellen im Blut ist auch bei körperlicher Bewegung bekannt. Ob Sauna und Sport vergleichbare Wirkungen auf die Immunabwehr haben, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Wie die Körpertemperatur die Immunreaktion beeinflusst

Neben den weißen Blutkörperchen untersuchten die Forscher 37 sogenannte Zytokine. Diese Botenstoffe helfen den Immunzellen, miteinander zu kommunizieren und Abwehrreaktionen zu steuern.

Während des Saunagangs stieg die im Ohr gemessene Körpertemperatur im Durchschnitt von 36,4 auf 38,4 Grad Celsius. Trotzdem veränderten sich die Blutwerte nur bei zwei der untersuchten Zytokine statistisch signifikant. Beide nahmen ab.

Bei mehreren anderen Botenstoffen zeigte sich allerdings ein Zusammenhang mit der Erwärmung des Körpers: Je stärker die Körpertemperatur anstieg, desto deutlicher veränderten sich bestimmte Zytokinwerte. Bei den weißen Blutkörperchen fanden die Forscher keinen vergleichbaren Zusammenhang. Das könnte darauf hindeuten, dass unterschiedliche Prozesse an den Immunreaktionen beteiligt sind.

Schützt Saunieren tatsächlich vor Erkältungen?

Ob die zusätzlichen Immunzellen im Blut tatsächlich besser vor Erkältungen oder anderen Infektionen schützen, bleibt offen. Die Forscher untersuchten lediglich, wie das Immunsystem unmittelbar auf einen einzelnen Saunagang reagiert.

Auch ob regelmäßiges Saunieren die Abwehr gegen Krankheitserreger langfristig verbessern kann, lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten. Die Blutwerte wurden vor, direkt nach und 30 Minuten nach dem Saunagang gemessen. Mögliche Langzeiteffekte erfasste die Studie daher nicht.

An der im Fachjournal „Temperature“ veröffentlichten Untersuchung nahmen 51 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren teil. Sie absolvierten eine 30-minütige Saunaroutine bei durchschnittlich 73 Grad Celsius. Zur Routine gehörte auch eine kurze kalte Dusche nach der Hälfte der Zeit. Welchen Anteil die Abkühlung an den beobachteten Veränderungen hatte, lässt sich deshalb nicht eindeutig bestimmen.

Quelle: DOI 10.1080/23328940.2026.2645467

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