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Weniger Fleisch, weniger Krebs? Was große Studien zeigen

Rüdiger Freund  |  03.11.2026 13:44 Uhr

Wer wenig oder gar kein Fleisch isst, hat möglicherweise ein geringeres Krebsrisiko. In einer großen britischen Studie erkrankten Vegetarier um 14 Prozent seltener an Krebs als Menschen, die regelmäßig Fleisch aßen. Neuere Untersuchungen bestätigen den Zusammenhang, zeigen aber auch Unterschiede zwischen einzelnen Krebsarten.

Frau, ca. 40 Jahre alt, isst Knäckebrot mit Frischkäse und Gemüse.
Eine vegetarische Ernährung ist laut großen Beobachtungsstudien mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden.
© Dima Berlin/iStockphoto

Schon ein geringerer Fleischkonsum könnte sich positiv auswirken: Bei Menschen, die höchstens fünfmal pro Woche Fleisch aßen, lag das Krebsrisiko in der britischen Studie um zwei Prozent niedriger als bei Personen, die häufiger Fleisch verzehrten. Dieser Unterschied war allerdings sehr gering und statistisch nicht eindeutig. Wer Fisch, aber kein Fleisch aß, hatte ein um zehn Prozent niedrigeres Krebsrisiko. Bei Vegetariern und Veganern lag es sogar um 14 Prozent niedriger.

Bei diesen Krebsarten war der Unterschied besonders groß

Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Prostatakrebs: Männer, die Fisch, aber kein Fleisch aßen, hatten ein um 20 Prozent geringeres Risiko. Bei Vegetariern lag es sogar um 31 Prozent niedriger als bei Männern, die mehr als fünfmal pro Woche Fleisch aßen.

Auch bei Brustkrebs gab es Unterschiede. Vegetarierinnen hatten nach den Wechseljahren ein um 18 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko. Allerdings war dieser Zusammenhang statistisch nicht mehr eindeutig, nachdem die Forscher das Körpergewicht berücksichtigt hatten. Das geringere Gewicht der Vegetarierinnen könnte somit einen Teil des Unterschieds erklären.

Für die Untersuchung, die 2022 in der Fachzeitschrift „BMC Medicine“ erschien, werteten Wissenschaftler Daten von 472.377 britischen Erwachsenen zwischen 40 und 70 Jahren aus. Während der durchschnittlich 11,4-jährigen Beobachtungszeit wurden 54.961 Krebserkrankungen festgestellt. Rund 52 Prozent der Teilnehmer aßen mehr als fünfmal pro Woche Fleisch, etwa 44 Prozent seltener. Gut zwei Prozent verzehrten Fisch, aber kein Fleisch. Knapp zwei Prozent lebten vegetarisch, darunter 446 Veganer.

Was neuere Studien über Fleischverzicht und Krebs sagen

Inzwischen stützen weitere Untersuchungen die Ergebnisse. Eine 2026 veröffentlichte Analyse von rund 1,8 Millionen Menschen ergab, dass Vegetarier unter anderem seltener an Brust-, Prostata-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten als Fleischesser. Allerdings fanden die Forscher bei Veganern auch ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.

Eine weitere Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026, die mehrere frühere Studien zusammenfasste, ermittelte bei Vegetariern ein um 13 Prozent geringeres Gesamtkrebsrisiko. Bei Veganern lag es um 23 Prozent niedriger. Die Datenlage zur veganen Ernährung ist jedoch weniger umfangreich.

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Fleischverzicht allein vor Krebs schützt. Menschen, die sich vegetarisch ernähren, unterscheiden sich häufig auch in anderen Lebensgewohnheiten von Fleischessern. Zudem handelt es sich um Beobachtungsstudien, die keinen ursächlichen Zusammenhang beweisen können.

Gut belegt ist dagegen, dass insbesondere verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Schinken oder Speck das Darmkrebsrisiko erhöht. Der World Cancer Research Fund empfiehlt deshalb, möglichst wenig verarbeitetes Fleisch zu essen und den Verzehr von rotem Fleisch auf höchstens etwa 350 bis 500 Gramm pro Woche zu begrenzen.

Quellen: DOI 10.1186/s12916-022-02256-w; https://doi.org/10.1038/s41416-025-03327-4; https://doi.org/10.1007/s10654-026-01380-8  

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