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Alarmstufe Rot: Infektions- und Entzündungszeichen

Dr. Frank Schäfer  |  20.09.2013

Bei einer Infektion schrillen im Körper die "Alarmglocken". Viele Botenstoffe schwärmen aus, um die Abwehr des Körpers gegen Viren, Bakterien oder Parasiten wachzurütteln. Es kommt zu einer infektionsbedingten Entzündung. Welche Alarmzeichen der Arzt gut verfolgen kann, erklärt aponet.de.

mit Blut gefüllte Spritze, an deren Spitze ein Blutstropfen hängt
Entzündungen und Infektionen lassen sich an verschiedenen Blutwerten gut erkennen.
© Thorsten.H. - Fotolia

Alarmzeichen:

Erhöhte Körpertemperatur

  • Bedeutung:
    Eine steigende Körpertemperatur ist eine aktive Reaktion des Körpers meist bei Infekten durch Viren oder Bakterien, aber auch bei Entzündungen aufgrund anderer Ursachen. Der Fieberverlauf kann dem Arzt Hinweise für seine Diagnose geben und ihm den Erfolg der Behandlung zeigen.
  • Normalwert:
  • 36,5° C bis 37,4° C: normale Körpertemperatur
  • Welche Werte oder Ausmaße werden erreicht?
  • 37,5° C bis 38,0° C: erhöhte Temperatur
  • 38,1° C bis 38,5° C: leichtes Fieber
  • 38,6° C bis 39,0° C: mäßiges Fieber
  • 39,1° C bis 39,9° C: hohes Fieber
  • 40,0° C bis 42,0° C: sehr hohes Fieber

Erhöhte Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BSG)

  • Bedeutung:
    Die BSG gibt an, in welchem Maße sich rote Blutkörperchen in einem Untersuchungsgefäß zusammenlagern und auf den Boden sinken. Die Bestimmung der BSG ist ein Suchtest bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung, aber allein nicht aussagekräftig genug. Die mehrmalige BSG-Bestimmung kann dem Arzt helfen, den Erkrankungsverlauf zu beurteilen.
  • Normalwert:
    In der 1. Stunde:
    Männer bis 8 mm
    Frauen bis 10 mm
    Die in der Fachliteratur angegebenen Werte schwanken stark. Ab einem Alter von 50 Jahren oder bei Rauchern kann die BSG auch ohne Erkrankung erhöht sein.
  • Welche Werte oder Ausmaße werden erreicht?
    Gerade bei einer akuten bakteriellen Infektion kann die BSG stark erhöht sein. Dafür gibt es allerdings auch noch andere mögliche Ursachen.

Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP)

  • Bedeutung:
    CRP ist ein von der Leber gebildetes Eiweiß und wie die BSG ein unspezifischer Entzündungsanzeiger. Bei einer Entzündung steigt die Blutkonzentration stark an. CRP bindet eingedrungene Fremdstoffe und aktiviert weitere Schritte der Immunabwehr. Die CRP-Konzentration im Blut gibt Aufschluss über den Grad einer Entzündung. Es wird daher unter anderem bei Verdacht und zur Verlaufskontrolle akuter Entzündungen bestimmt.
  • Normalwert:
  • Erwachsene und Kinder bis 10 mg/l
  • Neugeborene bis 15 mg/l
  • Welche Werte und Ausmaße werden erreicht?
  • Werte zwischen 10 und 50 mg/l: leichte oder lokal begrenzte Entzündung
  • Werte über 50 mg/l: schwere Entzündung wie eine beginnende Lungenentzündung
  • Werte über 100 mg/l: schwere systemische Erkrankung oder Infektion

Verändertes Differenzial-Blutbild

  • Bedeutung:
    Um einer Krankheit auf die Spur zu kommen, kann man bestimmen lassen, in welchem Maß die eine oder andere Gruppe zum Abwehrsystem gehörender weißer Blutkörperchen (Leukozyten) vertreten ist oder gar "die Oberhand gewonnen" hat. Für ein solches Differenzialblutbild werden 100 Leukozyten im gefärbten Blutausstrich nach ihrem Typ unterschieden (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten).
  • Normalwert:
  • Leukozytenzahl: 4.000 bis 10.000 pro Mikroliter Blut
  • Neutrophile Granulozyten:
    jugendliche: unter 2 Prozent
    stabkernige: 3 bis 5 Prozent
    segmentkernige: 50 bis 70 Prozent
  • Eosinophile Granulozyten: 2 bis 4 Prozent
  • Basophile Granulozyten: 0 bis 1 Prozent
  • Lymphozyten: 4 bis 25 Prozent
  • Monozyten: 3 bis 7 Prozent
  • Welche Werte oder Ausmaße werden erreicht?
    Die Leukozyten sind beispielsweise bei akuten Bakterien-, Pilz- oder Virusinfektionen deutlich vermehrt (Lymphozytose). Die Analyse der Untergruppen kann dann weitere Hinweise erbringen.

 

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