Müdigkeit, Schmerzen oder Konzentrationsprobleme: Die Beschwerden bei manchen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Rheuma sind unspezifisch. Eine internationale Studie zeigt nun, dass die körperlichen Symptome bei Frauen häufig zunächst auf psychische Ursachen zurückgeführt werden. Bei Männern ist das anders.

Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen. Dazu zählen zum Beispiel gehören die Hashimoto-Thyreoiditis, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und Lupus.
In einer großen britischen Studie berichteten 43 Prozent der Frauen mit Autoimmunerkrankungen, dass ihre Beschwerden zunächst psychischen Ursachen zugeschrieben worden waren. Bei den Männern waren es nur 33 Prozent.
Noch deutlicher fiel der Unterschied bei berichteten psychosomatischen Fehldiagnosen aus: Davon berichteten 34 Prozent der Frauen, aber nur 22 Prozent der Männer.
Frauen gaben außerdem an, dass es bei ihnen deutlich länger gedauert habe, bis die richtige Diagnose gestellt wurde: Bei Männern betrug die am häufigsten angegebene Zeit bis zur Diagnose weniger als drei Monate, während sie bei Frauen ein bis zwei Jahre betrug.
Viele Autoimmunerkrankungen beginnen schleichend. Beschwerden wie Erschöpfung, Schmerzen oder Konzentrationsprobleme sind nicht eindeutig und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten.
Hinzu kommt, dass sich manche Autoimmunerkrankungen durch sehr unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Bei Lupus können beispielsweise Haut, Gelenke und innere Organe betroffen sein. Eine Hashimoto-Thyreoiditis kann sich unter anderem durch Müdigkeit und Antriebslosigkeit äußern.
Für die im Fachjournal The Lancet’s eClinicalMedicine veröffentlichte Studie wurden die Angaben von 6.607 Menschen mit Autoimmunerkrankungen ausgewertet. Die Teilnehmenden berichteten rückblickend über ihre Erfahrungen auf dem Weg zur Diagnose.
Wer über längere Zeit unter ungeklärten Beschwerden leidet, sollte diese ärztlich abklären lassen – auch wenn zunächst keine eindeutige Ursache gefunden wird. Hilfreich kann es sein, Symptome, ihren zeitlichen Verlauf und mögliche Begleiterscheinungen zu dokumentieren. Bleiben Beschwerden bestehen oder kommen neue Symptome hinzu, kann eine erneute ärztliche Beurteilung sinnvoll sein.
Quelle: DOI 10.1016/j.eclinm.2026.104259
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