Lupus erythematodes

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  17.03.2026 00:00 Uhr

Bei Lupus erythematodes richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Die Krankheit kann sich durch charakteristische Entzündungsherde auf der Haut zeigen, ausserdem können innere Organe geschädigt werden, die Nieren oder das Herz zum Beispiel. Mit der richtigen Therapie lässt sich die fehlgeleitete Immunreaktion gut kontrollieren.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Beschwerden bei Lupus erythematodes werden durch fehlgeleitete Angriffe des Immunsystems gegen den eigenen Körper ausgelöst, genauer gegen Bindegewebe. Die verschiedenen Formen des Lupus erythematodes sind demnach Autoimmunerkrankungen und sie zählen mit zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Etwa jede tausendste Frau und jeder zehntausendste Mann leidet an einer solchen Erkrankung. Das Spektrum reicht von milden, schleichenden Verläufen bis hin zu schubartig auftretenden und zum Teil lebensgefährlichen Entzündungen und Durchblutungsstörungen in Organen. Besonders häufig kommt es zur Beteiligung der Haut, der Nieren, des Nervensystems und der Gelenke. Ebenso kann es zur Zerstörung von Zellen im blutbildenden System kommen.

Beim kutanen Lupus erythematodes zeigen sich Symptome besonders in der Haut. Im Fall eines systemischen Lupus erythematodes trifft es viele Bereiche im Körper, auch Organe wie Herz oder Nieren, und möglicherweise auch die Haut in Form eines akuten kutanen Lupus erythematodes. Die Nieren werden bei etwa der Hälfte der Patientinnen und Patienten in Mitleidenschaft gezogen.

Es kann zu typischen Blutbildveränderungen kommen. Zudem tauchen gegen körpereigene Strukturen gerichtete Antikörper im Blut auf, die auch für die Diagnose von Bedeutung sind. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden, um so mögliche Komplikationen und Spätfolgen zu verhindern.

Symptome/Verlauf

Bei Lupus erythematodes treten sehr unterschiedliche Symptome auf, je nachdem, welcher Körperbereich einbezogen ist. Er kann auch ohne deutliche Beschwerden schleichend verlaufen.

Häufig verspüren Betroffene bei systemischem Lupus erythematodes ausgeprägte Müdigkeit, zudem kann es zu Schmerzen und Schwellungen an Gelenken kommen, zu Muskelschmerzen und Fieber. Es treten womöglich auch Durchblutungsstörungen auf, beispielsweise bei Kälte an einzelnen Fingern, die sich zunächst weiss und dann wieder rot-bläulich verfärben und schmerzen (Raynaud-Syndrom).

Es gibt verschiedene Formen von Hautbefall. Es kann sich zum Beispiel ein wie ein Schmetterling aussehender entzündeter Hautbereich ("Schmetterlingsexanthem") zeigen, als symmetrische Rötung beider Wangen, verbunden über den Nasenrücken. Es können auch Entzündungsherde an der Stirn und in der Mundschleimhaut auftreten. Schübe des akuten kutanen Lupus erythematodes enden zumeist ohne Narbenbildung, treten aber oft zusammen mit systemischen Lupus erythematodes auf.

Möglich sind auch andere, chronische Formen des Hautbefalls, so etwa der chronisch-diskoide Lupus erythematodes, bei dem sich ohne Behandlung über Monate und Jahre zunehmende Entzündungsherde entwickeln, beginnend als schuppende entzündete Hautflecken, die mit der Zeit einsinken und vernarben können. Entstehen sie auf der Kopfhaut, kommt es möglicherweise zu Haarausfall. Schübe werden durch UV-Bestrahlung im Sonnenlicht begünstigt. Ein chronischer kutaner Lupus erythematodes hat ein vergleichsweise geringes Risiko, dass sich im weiteren Verlauf ein systemischer Lupus erythematodes entwickelt.

Typischerweise verläuft Lupus erythematodes in Schüben mit oft längeren beschwerdefreien Zeiten. Häufig werden die Schübe mit der Zeit und im Alter seltener und schwächer.

Folgen/Komplikationen

Am meisten gefürchtet ist der Befall der Nieren mit vermehrter Eiweissausscheidung über den Urin, Wassereinlagerungen in den Beinen, Bluthochdruck sowie einem fortschreitenden Funktionsverlust der Nieren. Möglich ist ausserdem eine Entzündung des Brustfells oder des Herzbeutels oder der Befall des Zentralnervensystems, der unter anderem zu psychischen Veränderungen, migräneartigen Kopfschmerzen oder Krampfanfällen führen kann. Zudem kann die Anfälligkeit für eine Gerinnselbildung und Embolien zunehmen.
Auch möglich sind Entzündungen des Lungengewebes, der Herzklappen, der Herzmuskulatur oder in Blutgefässen. Auch Blutbildveränderungen können auftreten, so zum Beispiel eine verminderte Anzahl weisser Blutkörperchen, was Betroffene anfälliger für Infektionen macht. Auch eine verringerte Zahl von Blutplättchen ist möglich, was Blutungen begünstigt. Auch die Anzahl roter Blutkörperchen kann möglicherweise abnehmen, was unter anderem eine allgemeine Leistungsschwäche zur Folge hat.
Bei einzelnen Formen des kutanen Lupus erythematodes treten anhaltende, deutlich sichtbare Hautveränderungen ein.

Ursachen/Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht geklärt. Forscher gehen von einer Störung des Immunsystems aus, die durch bestimmte Faktoren begünstigt wird. Das können beispielsweise hormonell aktive Phasen, genetische Faktoren, Virusinfektionen, UV-Strahlung, Stress oder auch einige Arzneimittel sein.

Das kann helfen

Was der Arzt tun kann:

Wichtig ist eine genaue Diagnose, die möglichst nicht zu spät gestellt wird, um durch eine geeignete Behandlung mögliche Komplikationen und Folgeschäden zu verhindern. Dafür werden Medikamente verschrieben, die die fehlgeleitete Immunreaktion dämpfen. Dazu kommen regelmässige ärztliche Kontrollen und die Beratung von Patienten.

Was man selbst tun kann:

Es gibt einige hilfreiche Massnahmen bei Lupus erythematodes, die Patienten umsetzen können. Dazu gehören:

  • unbedingt das Rauchen einstellen
  • Bluthochdruck und schlechte Blutfettwerte gut einstellen
  • sich gut vor direktem Sonnenlicht schützen, Sonnenschutzmittel nutzen, Sonnenbäder und Solarien vermeiden
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung bevorzugen
  • die konsequente Befolgung ärztlicher Behandlungsempfehlungen

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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