Bei leichten Erkrankungen ist die Apotheke vor Ort eine sinnvolle erste Anlaufstelle. Wie die Apotheken noch stärker in die Beratung und Versorgung bei Gesundheitsfragen eingebunden werden können, darüber haben Fachleute aus Politik, Ärzteschaft, Krankenkassen und Pharmazie beim Deutschen Apothekertag in München diskutiert. Das Ziel: schnellere Hilfe für Patienten und weniger Belastung für Arztpraxen.

Nach Ansicht von Thomas Preis, Präsident der ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V., müssen nicht alle Beschwerden unmittelbar ärztlich behandelt werden. „Viele leichte Erkrankungen brauchen keine ärztliche Versorgung – hier wollen wir Apothekerinnen und Apotheker Hilfe zur Selbsthilfe geben und die Arztpraxen soweit möglich entlasten. Der Arzt oder die Ärztin muss sich nicht mit jeder einfachen Infektion wie Husten beschäftigen. Hier müssen die Patienten mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen, die Apothekenteams können sie dabei unterstützen.“
Apotheken seien bereits heute für viele Menschen die erste Anlaufstelle: Laut Preis wird rund die Hälfte aller Arzneimittelpackungen an Patientinnen und Patienten abgegeben, die zuvor keine Arztpraxis besucht haben. Apotheken können beispielsweise:
Diskutiert wurde eine digital unterstützte Ersteinschätzung. Sie könnte in einer Arztpraxis oder einer Apotheke stattfinden und klären, welche Hilfe im jeweiligen Fall benötigt wird. Anne-Kathrin Klemm vom BKK Dachverband sprach sich für eine durchgehende Versorgungskette aus. Doppeluntersuchungen und doppelte Vergütungen sollten dabei vermieden werden. Hoffnungen setzt sie unter anderem in die elektronische Patientenakte.
Besonders auf dem Land könnten wohnortnahe Apotheken eine wichtige Rolle spielen. Dort seien die Wege zu Arztpraxen teilweise schon heute weit, erklärte der bayerische Patienten- und Pflegebeauftragte Thomas Zöller. Auch lange Wartezeiten belasten viele Patientinnen und Patienten.
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Theiss befürwortete deshalb eine stärkere Beteiligung der Apotheken, warnte aber vor unnötigen zusätzlichen Leistungen. Oliver Funken von der Ärztekammer Nordrhein forderte ebenfalls klare Regeln sowie eindeutige Abläufe für Behandlung und Kommunikation. „Die Versorgung der Patientinnen und Patienten soll erhalten bleiben. Die Spielregeln müssen klar sein, mit eindeutigen Behandlungs- und Kommunikationsstrukturen“, so Funken.
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aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
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