Asthma und RSV: Wie beide Erkrankungen zusammenhängen

Dr. Frank SchäferElisabeth Kerler  |  23.04.2026 12:48 Uhr

RSV-Infektionen und Asthma beeinflussen sich gegenseitig. Welche Risiken bestehen und wie eine Impfung schützen kann.

Ein älterer Mann hustet, eingewickelt in eine Decke.
RSV-Infektion? Auch ältere Personen zählen zur Risikogruppe. Wer bereits Asthma hat, hat ein höheres Risiko für schwerere Verläufe.
© Prostock-Studio/iStockphoto

Asthma und das Respiratorische Synzytial‑Virus (RSV) – ein übles Duo: RSV-Infektionen scheinen das Asthma-Risiko zu erhöhen und umgekehrt geht mit Asthma ein höheres Risiko für schwere RSV-Verläufe einher. Doch es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen.

RSV-Infektionen zu Beginn des Lebens – später höheres Asthma-Risiko

Wer in den ersten Lebensmonaten wegen RSV im Krankenhaus war, hat ein bis zu fünffach höheres Risiko, später Asthma zu entwickeln. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Analyse aus Dänemark mit rund 1,5 Millionen Kindern. Das Asthma-Risiko ist vor allem dann größer, wenn die chronische Atemwegserkrankung sowie Allergien der Atemwege bereits gehäuft in der Familie aufgetreten sind. Die Daten deuten daher darauf hin, dass RSV‑Infektionen und genetische Faktoren sich gegenseitig verstärken können. 

Asthma: Höheres Risiko für schwere RSV-Verläufe

Immer deutlicher zeigt sich, dass RSV-Infektionen auch langfristige Auswirkungen auf die Atemwegsgesundheit haben kann. Eine RSV-Infektion kann bestehendes Asthma akut verschlechtern und die Atemwege langfristig empfindlicher machen. Wer Asthma hat, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere RSV‑Verläufe, Krankenhausaufenthalte und weitere Komplikationen. 

Wie hilft die RSV-Impfung – und was empfiehlt die Ständige Impfkommission?

Vor diesem Hintergrund gewinnt die RSV‑Impfung an Bedeutung:  Die Impfung kann helfen, schwere Infektionen zu vermeiden und damit auch das Risiko für akute Verschlechterungen zu senken.  Für ältere Erwachsene und Personen mit schweren chronischen Atemwegserkrankungen – darunter schweres Asthma – empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine einmalige Impfung. Idealerweise findet diese vor Beginn der klassischen RSV‑Saison im Herbst statt. Diese Impfung soll schwere Krankheitsverläufe verhindern und besonders gefährdete Gruppen schützen. Weitere Schutzmaßnahmen sind:

  • Konsequente Asthmatherapie
  • Meiden enger Innenräume
  • Kontaktreduktion zu Erkrankten
  • Tragen einer Maske in Risikosituationen

Tierexperimente: Weniger Asthma mit RSV-Impfung

Eine RSV-Impfung im Kindesalter scheint auch direkt eine Rolle bei der Asthmaentwicklung zu spielen: Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen, dass eine Impfung vor RSV‑Infektionen im Neugeborenenalter das Risiko für spätere asthmatische Veränderungen reduzieren kann. Ob sich dieser Effekt vollständig auf den Menschen übertragen lässt, wird derzeit weiter erforscht. Die STIKO empfiehlt bereits eine passive Immunisierung für alle Neugeborenen und Säuglinge, um schwere RSV‑Verläufe zu verhindern. Diese Art der Impfung schützt allerdings nur für wenige Monate.

Quellen: DOI 10.1126/sciimmunol.adz4626, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin, Robert Koch-Institut

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