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Genitalherpes: Jeder Fünfte unter 50 ist infiziert

Dr. Karen Zoufal  |  12.12.2024 10:49 Uhr

Weltweit leben 846 Millionen Menschen unter 50 Jahren mit einer Genitalherpes-Infektion, so neueste Schätzungen in der Fachzeitschrift „Sexually Transmitted Infections“. Das bedeutet, dass etwa einer von fünf Menschen mit Herpes-simplex-Viren (HSV) infiziert ist.

Frau, hält sich ihre Hände an ihren Genitalbereich.
Genitalherpes ist sehr ansteckend und wird bei sexuellem Kontakt übertragen.
© Panuwat Dangsungnoen/iStockphoto

Es gibt zwei Typen von Herpes-simplex-Viren, HSV-1 und HSV-2, die beide hoch ansteckend sind und die nach einer Infektion lebenslang im Körper verbleiben: 

HSV-1 wird hauptsächlich durch Mundkontakt übertragen und verursacht die typischen „Herpesbläschen“ am Mund. 

HSV-2 wird fast ausschließlich sexuell durch Hautkontakt übertragen und ist die häufigste Ursache für wiederkehrende schmerzhafte Genitalbläschen. 

Die Forschenden liefern Schätzungen zu Infektionen mit Herpes-simplex-Viren Typ 1 und 2: 

  • Mit HSV-2 haben sich im Jahr 2020 weltweit 26 Millionen der 15- bis 49-Jährigen neu infiziert; 520 Millionen waren bereits infiziert. Das sind etwas mehr als 13 Prozent aller Menschen in dieser Altersgruppe.
  • Mit HSV-1 haben sich im Jahr 2020 17 Millionen genital neu infiziert; 376 Millionen waren bereits infiziert. Das sind 10 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe.
  • Fast 4 Milliarden Menschen bis zum Alter von 49 Jahren waren – meist oral – mit HSV-1 infiziert. Das entspricht etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung.
  • Die geschätzte Anzahl derjenigen mit mindestens einer akuten genitalen Erkrankung im Jahr 2020 lag bei 188 Millionen bei den mit HSV-2 Infizierten und bei 17 Millionen für Menschen mit genitalem HSV-1 – insgesamt mehr als 200 Millionen Menschen. 

Aufgrund dieser Ergebnisse mahnen die Forschenden die Entwicklung neuer Behandlungen und Impfstoffe an, um die Ausbreitung von Genitalherpes zu verringern: „Es besteht Bedarf an prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen HSV zur Kontrolle der Übertragung und zur Eindämmung der Krankheit.“

Quelle: DOI 10.1136/sextrans-2024-056307 

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