Kleinkinder, die viel Zeit an Tablets verbringen, neigen verstärkt zu Wutanfällen. Das kann zu einem Teufelskreis führen, wenn Eltern ihren Kindern Tablets zur Beruhigung geben: Je mehr Zeit Kinder mit Tablets verbringen, desto schlechter können sie einer neuen Studie zufolge ihre Wut und Frustration kontrollieren.

In einer Befragung von 315 kanadischen Eltern mit Kindern zwischen 3,5 und 5,5 Jahren stellte sich heraus, dass eine zusätzliche Stunde Bildschirmzeit pro Tag im Alter von 3,5 Jahren deutlich mehr Gefühlsausbrüche aufgrund von Wut und Frustration im Alter von 4,5 Jahren nach sich zog. Diese erhöhte emotionale Belastung war dann wiederum mit einem häufigeren Gebrauch von Tablets im Alter von 5,5 Jahren verbunden.
Die Forschenden folgern in der Fachzeitschrift „JAMA Pediatrics“ daraus, dass die frühe Nutzung von Tablets die Fähigkeit zur emotionalen Regulation beeinträchtigen und einen Teufelskreis auslösen kann, wenn Eltern Bildschirme als beruhigendes Mittel für ihre Kinder einsetzen.
Prof. Caroline Fitzpatrick von der Universität Sherbrooke in Quebec betonte, dass die frühen Jahre entscheidend für die Entwicklung der emotionalen Regulation sind. In dieser Zeit lernen Kinder normalerweise, ihre Gefühle zu kontrollieren. Das erfordert jedoch elterliche Anleitung und Aufmerksamkeit. Eltern helfen ihren Kindern, wenn sie ihnen direkt beibringen, wie sie mit emotionalen Ausbrüchen umgehen können. Außerdem sind sie ein Vorbild für ihre Kinder, die ganz genau beobachten, wie Erwachsene ihren eigenen Emotionen bewältigen.
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