Wenn weiche Kontaktlinsen in Leitungswasser gelagert werden, drohen nicht nur schwere Infektionen des Auges, sondern auch schlechtes Sehen: An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena wurde festgestellt, dass sich die Linsen dadurch stark verformen.

Durch die Lagerung in Wasser vergrößerten sich weiche Kontaktlinsen um mehr als einen Millimeter (von 14,1 auf bis zu 15,5 mm). Auch ihre Krümmung veränderte sich, so dass der Sitz auf dem Auge durch die flacheren Linsen mit hoher Wahrscheinlichkeit suboptimal ist, was das Sehen und den Tragekomfort beeinträchtigen kann.
Die Studie zeigt, wie wichtig die richtige Pflege von Kontaktlinsen ist: Damit die Linsen nicht aufquellen und ihre Geometrie erhalten bleibt, gehören wasserhaltige weiche Kontaktlinsen in speziell dafür vorgesehene Desinfektionslösungen, wenn sie über Nacht herausgenommen werden. Dadurch werden auch Mikroorganismen abgetötet, was Augeninfektionen vorbeugt. Zudem ist Leitungswasser nie völlig keimfrei, daher sollten die Linsen damit im besten Fall nicht in Berührung kommen – auch nicht als Notlösung. Auch zum Abspülen weicher Kontaktlinsen empfehlen die Forschenden deshalb Kochsalz- oder Aufbewahrungslösung.
Die Experimente wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit durchgeführt. Dafür hat der Student Lukas Sempf insgesamt 90 weiche Kontaktlinsen aus unterschiedlichen Materialien in sechs verschiedenen Lösungen gelagert und anschließend vermessen. Mit seiner Arbeit schaffte er es in einem internationalen Wettbewerb für Studierende der Optometrie und Kontaktlinsenforschung auf den zweiten Platz.
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