Vielen Menschen mit Asthma fällt es schwer, sich mehr zu bewegen. Eine Studie zeigt nun: Ein Online-Programm brachte Teilnehmer zwar nicht dauerhaft zu mehr Aktivität, könnte aber trotzdem Vorteile für Beschwerden und Lebensqualität haben.

Menschen mit Asthma bewegen sich oft weniger als Gesunde und verbringen mehr Zeit im Sitzen. Das kann Beschwerden verschlechtern. Umso wichtiger sind Strategien, die helfen, körperlich aktiver zu werden. Genau das untersuchte eine brasilianische Studie mit 51 Erwachsenen mit stabilem Asthma.
Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide erhielten ein Online-Schulungsprogramm zu Asthma und Bewegung. Eine Gruppe bekam zusätzlich über zwölf Wochen ein digitales Verhaltensprogramm mit Einzelgesprächen, Gruppensitzungen, Aktivitätsmonitor und Schrittzielen.
Das Ergebnis: In der Nachbeobachtungszeit nach Ende des Programms unterschieden sich die Gruppen bei körperlicher Aktivität und Sitzzeiten insgesamt nicht deutlich voneinander. Das zusätzliche Online-Coaching brachte hier keinen klaren Vorteil.
Ganz ohne Effekt blieb die Intervention aber nicht. Während der zwölf Wochen steigerten die Teilnehmer der Interventionsgruppe mit dem Online-Coaching ihre täglichen Schritte deutlich. Allerdings hielt dieser Effekt nicht langfristig an. Die Forscher vermuten, dass die Motivation nachließ, nachdem die Aktivitätsmesser wieder abgegeben wurden.
Trotz fehlender Langzeit-Effekte auf die Bewegung zeigte die Studie mögliche Vorteile an anderer Stelle: Teilnehmer des Online-Coachings berichteten häufiger über eine bessere Asthma-Kontrolle und eine höhere asthmabezogene Lebensqualität. Außerdem fühlten sie sich nach dem Programm motivierter und sicherer beim Thema Bewegung. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren aber nicht immer statistisch eindeutig oder anhaltend.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Asthmatikern zusätzliche Online-Unterstützungsangebote zu Verhaltensänderungen allein womöglich nicht ausreichen, um Bewegung dauerhaft zu steigern. Sie könnten aber helfen, das Asthma-Patienten sich kompetenter und motivierter fühlen, wenn sie ihre körperliche Aktivität steigern möchten. Für Betroffene kann das wichtig sein, denn regelmäßige Bewegung gilt als Teil der nicht-medikamentösen Asthma-Behandlung.
Die Teilnehmerzahl war mit 51 Personen vergleichsweise klein. Außerdem erhielten beide Gruppen bereits ein Schulungsprogramm, zu dem in der Testgruppe noch erweiterte Online-Unterstützungsangebote hinzukamen. Möglicherweise motivierte aber das Basis-Schulungsprogramm allein schon zu mehr Bewegung, so dass die Effekte der zusätzliche Online-Intervention zur Verhaltensänderung hinsichtlich mehr Bewegung nicht gut erkennbar waren. Die Studie konnte zudem nicht sicher belegen, dass die Online-Intervention die Asthma-Beschwerden verbessert hat.
Quelle: DOI 10.1038/s41598-025-34470-w
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