Straßenverkehr, laute Nachbarn oder ein schnarchender Partner können den Schlaf mitunter erheblich stören. Ohrstöpsel helfen dabei, störende Geräusche zu dämpfen. Welche Modelle sich gut zum Schlafen eignen und worauf man achten sollte, wenn man jede Nacht Gehörschutz tragen möchte.

Wer nachts wegen Lärm nicht zur Ruhe kommt, kann mit Ohrstöpseln störende Geräusche reduzieren. Im Handel und in Apotheken gibt es verschiedene Varianten, die sich bei Material, Passform, Dämmwirkung und Tragekomfort unterscheiden.
Ohrstöpsel aus Wachs sind preisgünstig, weich und lassen sich mit den Fingern an die Form des Ohres anpassen. Dadurch können sie auch für Menschen angenehm sein, denen vorgeformte Stöpsel nicht gut passen. Wer gut damit zurechtkommt, kann solche Stöpsel auch nachts tragen. Wichtig ist, Wachsstöpsel regelmäßig auszutauschen.
Eine weitere Möglichkeit sind Ohrstöpsel aus Schaumstoff oder Silikon. Je nach Modell können sie mehrfach verwendet werden. Wichtig ist vor allem die richtige Passform. Sitzt ein Stöpsel zu locker, kann er nachts herausfallen und Geräusche weniger gut dämpfen. Ist er dagegen zu groß oder drückt im Gehörgang, kann das Schlafen unangenehm werden. Manche Modelle verfügen über spezielle Filter und bieten unterschiedliche Dämmstufen.
Wie stark ein Ohrstöpsel Geräusche reduziert, hängt unter anderem von seiner Bauform und dem verwendeten Material ab. Universelle Gehörschutzstöpsel dämpfen hohe Frequenzen häufig stärker als tiefe. Gerade tiefe Geräusche wie das Schnarchen eines Partners können deshalb trotz Ohrstöpseln noch wahrnehmbar sein. Vollständig abschirmen lässt sich das Gehör ohnehin nicht: Geräusche werden nicht ausschließlich über den Gehörgang, sondern teilweise auch über Knochen und Gewebe weitergeleitet.
Wer regelmäßig mit Ohrstöpseln schlafen möchte und mit vorgefertigten Modellen nicht gut zurechtkommt, kann einen individuell angepassten Gehörschutz ausprobieren. Dafür nimmt ein Hörakustiker eine Abformung des Gehörgangs. Anhand dieser Form werden Ohrstücke hergestellt, die genau zum jeweiligen Ohr passen. Maßgefertigte Ohrstöpsel können besonders für Menschen interessant sein, bei denen handelsübliche Modelle drücken, nicht richtig sitzen oder während der Nacht herausfallen. Je nach Ausführung können zusätzlich Filter eingesetzt werden. Da spezieller Gehörschutz zum Schlafen aus einem sehr weichen Material besteht und genau in den Gehörgang passt, ist auch das Schlafen auf der Seite in der Regel kein Problem.
Grundsätzlich können geeignete Ohrstöpsel auch nachts getragen werden. Entscheidend ist, dass sie gut passen, nicht drücken und entsprechend den Herstellerangaben gepflegt beziehungsweise ausgetauscht werden. Wer Schmerzen, Juckreiz oder andere Beschwerden im Ohr bemerkt, sollte die Ohrstöpsel zunächst nicht weiterverwenden und die Ursache gegebenenfalls ärztlich abklären lassen.
Ohrenschmalz erfüllt eine wichtige Schutzfunktion. Normalerweise wird es nach und nach von selbst aus dem Gehörgang nach außen transportiert.
Bei manchen Menschen kann sich jedoch zu viel Ohrenschmalz ansammeln und einen Pfropf bilden. Wer regelmäßig Ohrstöpsel trägt und anschließend ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Ohr bemerkt oder schlechter hört, sollte das Ohr untersuchen lassen.
Mit Wattestäbchen sollte man nicht versuchen, den Gehörgang selbst zu reinigen. Dabei kann Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang geschoben werden.
Wiederverwendbare Ohrstöpsel sollten entsprechend den Herstellerangaben gereinigt und anschließend vollständig getrocknet werden. Einwegmodelle müssen regelmäßig ausgetauscht werden.
Grundsätzlich gilt:
Eine starke Geräuschdämmung kann dazu führen, dass Wecker, Türklingeln oder andere wichtige Signale schlechter wahrgenommen werden.
Wer stark dämmende Ohrstöpsel trägt, sollte deshalb darauf achten, dass wichtige Warnsignale weiterhin zuverlässig wahrgenommen werden können.
Einwegstöpsel aus Wachs, die es zum Beispiel in der Apotheke gibt, stellen die günstigste Lösung dar. "Vorausgesetzt, sie werden regelmäßig ausgetauscht", sagt Schleif.
Eine andere Möglichkeit: Ohrstöpsel aus Silikon oder Schaumstoff, die man mehrere Monate tragen kann. "Solche Stöpsel sind oft angenehmer zu tragen als Einwegstöpsel. Manche Modelle haben spezielle Filtersysteme, bei denen man zwischen einer niedrigen, mittleren und starken Dämpfung wählen kann", sagt der Hörakustiker. Der Preis für ein Paar liegt bei 15 bis 20 Euro.
Ich habe das Gefühl, dass beide Varianten nicht richtig in meinem Ohr sitzen. Außerdem fallen sie während der Nacht immer wieder heraus. "Nicht jedem passen vorgefertigte Stöpsel gut. Vor allem Menschen mit einem kleinen Gehörgang haben häufiger Probleme mit der Passform", erklärt Schleif. Ein weiterer Nachteil: Universeller Gehörschutz dämmt vor allem hohe Frequenzen gut. Tiefe Töne wie etwa das Schnarchen des Bettnachbars hört man dagegen auch weiterhin.
Die komfortabelste Lösung, um alle Frequenzen gleichmäßig zu dämmen, bietet ein individuell angepasster Gehörschutz. Dafür nimmt der Hörakustiker eine Abformung vom Gehörgang. "Daraus werden Ohrstöpsel hergestellt, die genau in den Gehörgang passen", sagt Schleif. Wer regelmäßig damit schlafen möchte, kann sich zusätzlich einen Filter einsetzen lassen, damit das Ohr auch während der Nacht belüftet bleibt. Im Vergleich zu universellem Gehörschutz kostet diese Variante deutlich mehr: Der Preis für ein Paar variiert und liegt etwa zwischen 80 und 150 Euro. Je nach Gebrauch lassen sie sich mehrere Jahre verwenden.
Es dauert einige Tage, bis meine maßgefertigten Ohrstücke fertig sind. Das Warten hat sich aber gelohnt: Die Stöpsel lassen sich leicht einsetzen, drücken nicht und bleiben die ganze Nacht über im Ohr. Auch auf der Seite zu schlafen, geht dank des weichen Materials gut. Und das Wichtigste: Die Stöpsel
dämmen sämtliche Geräusche so gut ab, dass ich am ersten Morgen beinahe das Klingeln meines Handyweckers überhört hätte. Am nächsten Abend stelle ich zusätzlich den Vibrationsalarm ein – für alle Fälle.
Natascha Koch
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