Ein Quincke Oedem, auch Angioödem genannt, ist eine plötzlich auftretende Schwellung im Gewebe, die meist durch eine überschiessende Reaktion des Immunsystems oder durch einen Mangel bestimmter Abwehrstoffe entsteht. Betroffen sind häufig Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, wobei die Schwellung rasch zunehmen kann.
Ein Quincke Oedem entsteht durch Flüssigkeitseinlagerungen im tieferen Gewebe. Es kann allergisch bedingt sein, etwa nach Kontakt mit bestimmten Nahrungsmitteln, Insektenstichen oder Medikamenten. Daneben gibt es nicht allergische Formen, bei denen andere Veränderungen im körpereigenen Abwehrsystem eine Rolle spielen. Typisch ist, dass die Schwellung oft einseitig oder asymmetrisch auftritt, und innerhalb kurzer Zeit deutlich zunimmt.
Die Beschwerden entwickeln sich meist schnell. Typisch sind.
Die Schwellung kann Minuten bis Stunden anhalten und bildet sich bei leichten Formen von selbst zurück. Bei wiederkehrenden; nicht allergischen Auslösern; kann der Verlauf jedoch unberechenbar sein und ohne klare Trigger auftreten.
Gefährlich wird ein Quincke-Oedem, wenn die Schwellung den Kehlkopf oder Rachen betrifft. Dann drohen Atemprobleme bis hin zum vollständigen Verschluss der Atemwege. Ohne rasche Behandlung kann dies lebensbedrohlich werden. Wiederholt auftretende Schwellungen belasten Betroffene zusätzlich durch Unsicherheit und eingeschränkte Alltagsaktivitäten.
Es gibt verschiedene Auslöser. Bei allergischen Formen liegt eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Stoffe vor. Nicht allergische Formen entstehen zum Beispiel durch erbliche Veränderungen im Immunsystem oder durch Störungen bei der Regulierung bestimmter Eiweisse im Blut. Zu den wichtigen Risikofaktoren zählen der Kontakt mit bekannten Allergenen, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Infekte, Stress oder starke körperliche Belastung. Auch eine erbliche Anlage kann eine Rolle spielen. Manchmal bleibt der genaue Auslöser unklar, obwohl die Beschwerden eindeutig sind.
Das macht der Arzt: Er behandelt je nach Auslöser meist mit Antihistaminika oder entzündungshemmende Mitteln sowie speziellen Präparaten bei erblichen oder anderen nicht allergischen Varianten.
Das kann man selbst tun: Durch das rasche Meiden möglicher Reize und ruhiges Atmen lindern sich oft die Beschwerden. Grenzen der Selbsthilfe bestehen, wenn Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich auftreten, Atemnot einsetzt oder die Beschwerden rasch zunehmen. In diesen Fällen ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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