Krankheitsbild
Bei der Epiglottitis entzündet sich der Kehldeckel, der normalerweise verhindert, dass Nahrung in die Luftröhre gelangt. Durch die Entzündung schwillt das Gewebe stark an und kann die Luftzufuhr behindern. Die Beschwerden beginnen meist abrupt und verschlechtern sich rasch, oft innerhalb weniger Stunden.
Symptome/Verlauf
Die Symptome entwickeln sich schnell und können bedrohlich werden. Zu den typischen Anzeichen zählen starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Fieber und Atemnot. Besonders gefährlich ist eine zunehmende Einengung der Atemwege. Warnsignale wie pfeifende Atemgeräusche oder eine klossige Stimme sollten sehr ernst genommen werden.
Folgen/Komplikationen
Die grösste Gefahr besteht in einer akuten Blockierung der Atemwege. Ohne schnelle Behandlung kann es zu schwerer Atemnot kommen. Zusätzlich können sich Infektionen ausbreiten oder das Gewebe weiter anschwellen. Eine rasche medizinische Versorgung verhindert in der Regel schwere Verläufe.
Ursachen/Risikofaktoren
Hauptursache sind bakterielle Infektionen. Früher waren vor allem Kinder betroffen, heute treten Fälle häufiger bei Erwachsenen auf.
Wichtige Risikofaktoren sind:
- Vorerkrankungen der Atemwege
Die Erkrankung kann jedoch auch ohne erkennbare Risikofaktoren entstehen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er stabilisiert und sichert zuerst die Atmung und gibt entzündungshemmende Wirkstoffgruppen sowie Antibiotika.
Das kann man selbst tun: Bei einem Verdacht auf eine Epiglottitis unbedingt Ruhe bewahren und sofort medizinische Hilfe aufsuchen. Grenzen bestehen, sobald Atemnot, Schluckunfähigkeit oder starke Schmerzen auftreten. Dann ist eine Behandlung in einer Klinik zwingend notwendig.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.