Krankheitsbild
Phototoxische und photoallergische Reaktionen sind Hautreaktionen, die entstehen, wenn Sonnenlicht (meist UV-A-Strahlung) auf einen "Photosensibilisator" trifft. Damit sind natürliche oder künstliche Stoffe gemeint, die nach Lichteinwirkung in der Haut eine Reaktion auslösen können. Solche Stoffe können von aussen auf die Haut kommen (z. B. über Kontakt mit Pflanzenstoffen, Duftstoffen oder bestimmten Chemikalien) oder über den Körper in die Haut gelangen (z. B. als Medikament oder durch Stoffwechselprodukte). Phototoxische Reaktionen werden insgesamt deutlich häufiger beobachtet als photoallergische.
Bei der Einordnung hilft die Unterscheidung:
- Phototoxisch: Diese verstärkte Reaktion auf Sonnenstrahlen ist nicht allergischer Art und kann grundsätzlich schon beim ersten Kontakt mit einem Photosensibilisator auftreten.
- Photoallergisch: Hierbei entsteht bei Erstkontakt mit dem Photosensibilisator durch die Reaktion mit Protein in der Haut wahrscheinlich ein Antigen. Kommt die Person erneut in Kontakt mit dem Auslöser, kann in Verbindung mit Sonnenlicht eine allergische Reaktion erfolgen.
Symptome/Verlauf
Phototoxische Reaktionen zeigen sich oft wie ein starker Sonnenbrand: Rötung, Schwellung und brennende oder stechende Schmerzen. Je nach Ausprägung können auch Bläschen oder grössere Blasen entstehen. Charakteristisch ist, dass die Beschwerden rasch beginnen können - innerhalb von Minuten bis Stunden nach Lichteinwirkung - und im Allgemeinen auf die belichteten Hautstellen begrenzt bleiben.
Photoallergische Reaktionen zeigen sich oft in der Form von Rötungen mit Schuppung und starkem Juckreiz, teils mit kleinen Bläschen oder auch Blasen. Der Beginn liegt typischerweise später (Stunden bis Tage). Im Unterschied zur Phototoxizität kann sich die Reaktion auch auf Haut ausdehnen, die nicht direkt Sonnenlicht abbekommen hat.
Folgen/Komplikationen
Bei manchen phototoxischen Reaktionen kommt es zu Hyperpigmentierungen (dunklere Flecken nach Abheilung). In bestimmten Fällen kann die Haut ausserdem leichter verletzlich sein und zu Blasenbildung neigen.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser ist immer die Kombination aus Licht (meist UV-A) und einem Photosensibilisator. Schon relativ geringe UV-Dosen können - zusammen mit einem solchen Stoff - phototoxische, seltener auch photoallergische Reaktionen auslösen.
Als Photosensibilisatoren kommen über 400 Substanzen infrage. Dazu gehören Medikamente wie bestimmte Entwässerungsmittel, Lipidsenker, einige nichtsteroidale Entzündungshemmer, Johanniskraut oder manche Antibiotika sowie exogene Auslöser, die über direkten Hautkontakt wirken, etwa einige Farbstoffe oder Polyzyklische Kohlenwasserstoffe wie Teer. Viele Stoffe können sowohl phototoxisch als auch photoallergisch wirken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Wichtig ist zuerst, den auslösenden Stoff zu identifizieren und künftig zu meiden. Zur Abklärung kann der Arzt spezielle Testverfahren einsetzen.
Das kann man selbst tun: Am wichtigsten ist konsequente Meidung des Auslösers und möglichst wenig UV-Exposition, insbesondere wenn man weiss, dass ein Medikament oder ein Produkt die Haut lichtempfindlicher macht.Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.