Ödeme sind sichtbare oder tastbare Wassereinlagerungen im Gewebe. Dabei sammelt sich Flüssigkeit außerhalb der Blutgefäße an, meist in Füssen, Beinen, Händen oder im Gesicht. Sie können harmlos sein, etwa nach langem Stehen, aber auch ein Hinweis auf Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber. Eine Abklärung ist wichtig, wenn Schwellungen anhalten oder zunehmen.
Bei Ödemen gelangt mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe als abtransportiert wird. Dadurch entsteht eine Schwellung, die sich oft eindrücken lässt. Je nach Ursache können ein oder beide Körperseiten betroffen sein. Häufig treten Ödeme in den Beinen auf, weil dort die Wirkung der Schwerkraft besonders groß ist.
Typisch sind Schwellungen, ein Spannungsgefühl der Haut und manchmal auch eine Gewichtszunahme. Die Haut kann glänzen und sich warm anfühlen. Der Verlauf reicht von vorübergehend bis chronisch. Ein generelles Warnzeichen bildet das rasche Zunehmen der Schwellung. Oft kommen noch folgende Beschwerden hinzu:
Anhaltende Ödeme können die Haut schädigen und Infektionen begünstigen. Bewegungen an den betroffenen Stellen fallen schwer und die Lebensqualität sinkt. Bei schwerwiegenden Ursachen können auch innere Organe belastet sein. Unbehandelt steigt das Risiko für Hautentzündungen und Wundheilungsstörungen.
Ödeme entstehen unter anderem durch Herzschwäche, Nieren- oder Lebererkrankungen. Auch Venenprobleme, hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft oder langes Sitzen spielen eine Rolle. Zudem können bestimmte Medikamente Wassereinlagerungen fördern.
Das macht der Arzt: Er klärt die Ursache ab und behandelt sie gezielt, oft mit entwässernden Medikamenten wie Diuretika oder mit Wirkstoffen zur Herz- oder Blutdrucktherapie.
Das kann man selbst tun: Bewegung, Hochlagern der Beine und weniger Salz in der Nahrung unterstützen die Therapie. Bei plötzlich starken Schwellungen, Schmerzen, Atemnot oder einseitigen Ödemen sollte man nicht selbst behandeln, sondern diese zeitnah ärztlich abklären lassen.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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