Krankheitsbild
Bei einer Osteolyse wird Knochensubstanz schneller abgebaut als sie sich regenerieren kann. Dadurch verliert der Knochen an Stabilität. Häufig tritt dies als begleitendes Symptom anderer Erkrankungen auf, etwa bei Entzündungen, Tumorerkrankungen oder nach mechanischer Überlastung. Eine Osteolyse kann lokal begrenzt oder an mehreren Stellen im Körper auftreten.
Symptome/Verlauf
Typische Beschwerden entstehen oft schleichend und hängen von der betroffenen Region ab. Häufig berichten Betroffene über:
- Schmerzen bei Belastung oder in Ruhe
- Nachlassende Kraft oder Bewegungseinschränkungen
- Schwellungen oder Druckempfindlichkeit
Der Verlauf kann langsam fortschreiten oder rasch voranschreiten, wenn eine zugrunde liegende Erkrankung aktiv ist. Bei ausgeprägtem Knochenabbau sind spontane Brüche möglich.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann Osteolyse zu deutlichen Einschränkungen im Alltag führen. Die Stabilität des Knochens nimmt ab, was das Risiko für Frakturen erhöht. Auch Fehlstellungen oder dauerhafte Schmerzen können auftreten. In einigen Fällen regeneriert sich der Knochen in einem grösseren Mass nicht mehr, sodass ein operativer Eingriff nötig ist.
Ursachen/Risikofaktoren
Häufige Ursachen sind Erkrankungen, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Dazu zählen Tumorerkrankungen mit Metastasen, entzündliche Gelenkerkrankungen oder Belastungsschäden. Auch Infektionen oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. Risikofaktoren sind unter anderem höheres Alter, Bewegungsmangel, Rauchen und eine unzureichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann je nach Ursache entzündungshemmende Mittel oder Medikamente zur Hemmung des Knochenabbaus einsetzen. Hierzu zählen etwa Präparate aus der Gruppe der Bisphosphonate oder Wirkstoffe, die den Knochenstoffwechsel regulieren. Je nach Schadensausmass kann auch eine Operation nötig sein.
Das kann man selbst tun: Gelenkschonende Bewegung sowie eine gute Kalzium- und Vitamin-D-Versorgung unterstützen die betroffenen Knochen. Grenzen liegen dort, wo Schmerzen zunehmen, Kraftverlust auftritt oder ein Bruch droht. Dann ist ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.