Die Prostataentzündung ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata) beim Mann. Jeder zweite Mann erkrankt in seinem Leben daran.
Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Sehr oft entwickelt sich die Entzündung der Prostata aus fortgeleiteten Entzündungen der Harnröhre oder Blase. Bakterien im Urin gelangen durch die Harnröhre in die Prostata und können im Gewebe eine Entzündung auslösen.
Jede Manipulation am Harntrakt, etwa die Katheterisierung der Harnblase, sogar Geschlechtsverkehr oder Reitsport können eine Prostatitis auslösen. Auch Fehlbildungen oder Veränderungen am Harntrakt wie die Vorhautverengung oder Verwachsungen können dafür verantwortlich sein. Häufig lösen beim Geschlechtsverkehr übertragene Keime eine Entzündung der Prostata aus.
Entzündungen, etwa der Rachenmandeln oder der Zähne können über den Blutweg eine Prostatitis nach sich ziehen.
Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Wie bei einer Blasenentzündung stehen zunächst ständiger und plötzlicher Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und häufiges Absetzen nur kleiner Harnmengen im Vordergrund.
Dazu kommen:
Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wird die Prostatitis nicht oder nicht ausreichend behandelt, kommt es oft zur chronischen Prostatitis ohne Fieber. Häufig verläuft diese Erkrankung mit weniger spezifischen Symptomen wie leichtem Kältegefühl, Ziehen oder Spannen im Dammbereich, aber auch Rückenschmerzen.
Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Zusammen mit der Prostataentzündung kann es auch zur Entzündung der Harnröhre, der Samenblasen oder der Harnblase mit ähnlichen Symptomen kommen.
Nicht selten lassen sich keine Bakterien in der Urinprobe oder einem Abstrich feststellen. Fehlen noch weitere Zeichen der Entzündung wie Fieber oder die Erhöhung von Entzündungsmarkern im Blut, kann auch eine nicht entzündliche Form der Prostatitis dahinter stecken, die Prostatodynie genannt wird.
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Bearbeitungsstand: 30.07.2012
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - P.Haag et al, Gynäkologie und Urologie , MVI,, (2010)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Bei einer akuten Prostataentzündung zielt die Behandlung einerseits darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zur hemmen. Andererseits geht es darum, die Auslöser der Prostatitis zu beseitigen. Bei einer bakteriellen Prostataentzündung verabreicht der Arzt Antibiotika, um die ursächlichen Bakterien abzutöten. Wenn keine Bakterien hinter der Entzündung stecken, spricht man von einer abakteriellen Prostatitis. Hier helfen Antibiotika in der Regel nicht, sodass neben entzündungshemmenden und schmerzlindernden Mitteln Medikamente wie Alpha-Blocker, 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und pflanzliche Präparate zur Behandlung zum Einsatz kommen.
Lassen sich bei einer akuten Prostataentzündung Bakterien im Prostatagewebe als Ursache nachweisen, erfolgt die Behandlung mit Antibiotika. Mittel der ersten Wahl sind hier Fluorchinolone, die gut ins Prostatagewebe eindringen und über zwei Wochen eingenommen werden. Alternativ kommen auch Breitspektrum-Penicilline mit Betalaktamase-Hemmern oder Cephalosporine zur Behandlung infrage. Um den Heilungsprozess bei einer akuten Prostataentzündung zu unterstützen, ist es ratsam
Wenn eine bakterielle Prostataentzündung chronisch wird, verordnet der Arzt Antibiotika, die sich gezielt gegen nachgewiesene Erreger richten und die über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen eingenommen werden müssen. Auch hier werden meistens Fluorchinolone verschrieben. Weitere mögliche Wirkstoffe sind
Manchmal kombiniert man zur Behandlung Antibiotika mit Alpha-Blockern, um die Erfolgsrate zu erhöhen.
Wenn bei einer Prostataentzündung keine Bakterien nachgewiesen werden, kann man zunächst trotzdem eine zweiwöchige Behandlung mit Antibiotika versuchen, für den Fall, dass sich eine bakterielle Infektion auf konventionellem Wege nicht feststellen lässt. Um Prostatabeschwerden wie häufigen Harndrang zu lindern und den Urinfluss zu verbessern, kommen Alpha-Blocker zum Einsatz – darin enthalten sind Wirkstoffe wie zum Beispiel
Die Einnahme erfolgt über sechs Wochen bis hin zu sechs Monaten.
Wenn die Prostata entzündet ist, kommt es oft zu starken Schmerzen, zum Beispiel beim Wasserlassen und im Bereich von Damm und After. Auch bei Druck auf die Prostata treten Schmerzen auf. Gegen die Prostatabeschwerden können betroffene Männer Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente wie zum Beispiel nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAR) einnehmen.
Bei manchen Männern mit abakterieller entzündeter Prostata helfen langfristig pflanzliche Präparate, zum Beispiel mit Kürbissamen, Brennnesselwurzel, Sägepalmenfrüchten oder Roggenpollenextrakt, um Beschwerden zu lindern.
Da eine Prostataentzündung die Lebensqualität stark einschränken kann und teilweise mit starken Schmerzen und einem hohen Leidensdruck verbunden ist, kann in manchen Fällen eine psychosomatische Begleitung des Patienten sinnvoll sein. Auch Wärmeanwendungen, Entspannungsübungen oder leichtes Jogging können den Heilungsprozess unterstützen.
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Letzte Aktualisierung: Februar 2017
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