Krankheitsbild
Bei einer Rauchgasvergiftung gelangen giftige Partikel und Gase in die Lunge. Diese Stoffe verdrängen Sauerstoff oder reizen die Schleimhäute im gesamten Atemsystem. Der Körper kann dadurch nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen und verteilen. Je nach Art und Menge der eingeatmeten Stoffe sind leichte Beschwerden oder schwere lebensbedrohliche Zustände möglich. Besonders heimtückisch sind farb- und geruchslose Gase, die unbemerkt wirken können.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden setzen oft plötzlich ein und können sich rasch verschlechtern. Typisch sind Atemprobleme und ein starkes Krankheitsgefühl. Häufig kommen folgende Anzeichen hinzu:
- Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit
- Husten, Atemnot oder ein brennendes Gefühl in den Atemwegen
- Übelkeit, Herzklopfen oder Verwirrtheit
In schweren Fällen drohen Bewusstlosigkeit oder Kreislaufversagen. Der Verlauf hängt von der Dauer der Rauchbelastung und der Konzentration der giftigen Stoffe ab. Auch nach scheinbar leichter Belastung können Stunden später Atemprobleme auftreten.
Folgen/Komplikationen
Rauchgasvergiftungen können anhaltende Schäden verursachen. Dazu gehören Entzündungen oder Schwellungen der Atemwege, die das Atmen deutlich erschweren. Manche Betroffene entwickeln Lungenentzündungen oder Verätzungen der Schleimhäute. Besonders gefährlich ist eine unerkannte Vergiftung durch Kohlenmonoxid, die zu schweren Hirn, und Herzschäden führen kann. Ohne rasche Behandlung können lebensgefährliche Komplikationen auftreten.
Ursachen/Risikofaktoren
Brandrauch enthält eine Vielzahl schädlicher Stoffe. Häufig sind Kohlenmonoxid, Reizgase, Feinstaub und chemische Bestandteile aus brennenden Materialien. Gefährdet sind Personen, die sich in brennenden Räumen aufhalten oder versuchen, etwas zu löschen. Kleine Räume, fehlende Belüftung oder brennende Kunststoffe erhöhen das Risiko. Bereits ein kurzer Kontakt mit Brandrauch kann gefährlich sein.
Das kann helfen
Das macht der Arz: Er versorgt mit Sauerstoff und setzt bei Bedarf Medikamente ein, um die Atemwege zu stabilisieren.
Das kann man selbst tun: Sofort ins Freie geht und frische Luft einatmen. Grenzen bestehen, wenn Atemnot, Benommenheit oder Schmerzen auftreten oder der Rauchkontakt länger war. Dann ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Kafka u.a., Notfall & Rettungsmedizin, Springer, (2007), 10:529-540
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.