Krankheitsbild
Die Erkrankung betrifft das gesamte Bindegewebe des Körpers. Typischerweise verlieren die Haut und manchmal auch Gefässe und Organe zunehmend an Elastizität. Dies geschieht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems, sodass der Körper vermehrt Gewebe produziert. Die Krankheit verläuft meist chronisch und kann sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich zeigen. Häufig beginnt sie an den Händen oder im Gesicht, bevor sie weitere Bereiche betrifft.
Symptome/Verlauf
Die Symptome entwickeln sich oft schrittweise. Zu Beginn stehen meist Durchblutungsstörungen oder Hautveränderungen im Vordergrund. Weitere typische Anzeichen:
- Kälteempfindlichkeit mit Farbänderung der Finger, Raynaud Phänomen genannt
- Hautverhärtungen und Spannungsgefühl
- Schluckbeschwerden oder Sodbrennen
Im Verlauf trifft die systemische Sklerose oft auch Lunge, Herz, Niere oder das Verdauungssystem. Der Krankheitsverlauf reicht von milden Formen mit vorwiegend Hautbeteiligung bis zu schweren Verläufen mit ausgeprägter Organbeteiligung.
Folgen/Komplikationen
Je nach Ausprägung kann die Lebensqualität stark eingeschränkt sein. Hautverhärtungen beeinträchtigen die Beweglichkeit der Finger. Eine Beteiligung der Lunge kann Atemnot verursachen. Auch Herzrhythmusstörungen oder Folgeschäden der Nieren sind möglich. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann eine fortschreitende Organbeteiligung schwere Komplikationen verursachen. Zudem entstehen häufig psychische Belastungen durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder ein verändertes Aussehen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, fehlgeleiteter Immunabwehr und äusseren Einflüssen. Umweltfaktoren wie bestimmte chemische Stoffe könnten das Risiko erhöhen. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Häufig beginnt die Krankheit im mittleren Erwachsenenalter, wobei auch seelischer Stress das Auftreten oder die Verschlimmerung beeinflussen kann.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er prüft zunächst, welche Organe betroffen sind und legt danach eine passende Behandlung fest. Wichtige Ansätze sind Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, und gefässerweiternde Mittel. Auch Physiotherapie und Massnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit kommen zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Durch Hautpflege, Schutz vor Kälte und regelmässige Bewegung lässt sich die Behandlung unterstützen. Grenzen liegen dort, wo Organfunktionen bedroht sind oder die Beschwerden zunehmen. Dann ist ärztliche Betreuung unbedingt nötig.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.