Krankheitsbild
Pilzinfektionen der inneren Organe werden als systemische Mykosen bezeichnet. Anders als harmlose Haut- oder Schleimhautpilze breiten sich diese Erreger im gesamten Körper aus. Häufige Auslöser sind Hefepilze wie Candida oder Schimmelpilze wie Aspergillus. Die Pilze gelangen meist über die Atemwege oder den Verdauungstrakt in den Körper und können sich über das Blut in lebenswichtige Organe ausbreiten. Besonders betroffen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Chemotherapie, Organtransplantationen oder bestimmte chronische Erkrankungen.
Symptome/Verlauf
Die Symptome sind oft unspezifisch und hängen davon ab, welches Organ betroffen ist. Das macht die Diagnose schwierig. Typische Beschwerden können sein:
- Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht
- anhaltende Müdigkeit und Schwäche
- Husten, Atemnot oder Brustschmerzen bei Lungenbefall
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bei Darm- oder Leberbeteiligung
- Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder neurologische Ausfälle bei Befall des Gehirns
Die Erkrankung kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten. Ohne Behandlung schreitet sie meist rasch fort und kann zu schweren Organschäden führen.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ein Pilzbefall innerer Organe lebensbedrohlich werden. Die Pilze zerstören Gewebe, stören Organfunktionen und können eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Besonders gefährlich ist der Befall des zentralen Nervensystems oder der Lunge. Auch nach erfolgreicher Behandlung können bleibende Schäden zurückbleiben, etwa an der Lunge oder am Gehirn. Bei immungeschwächten Patienten besteht zudem ein hohes Rückfallrisiko.
Ursachen/Risikofaktoren
Pilze sind überall in unserer Umwelt vorhanden. Gesunde Menschen kommen täglich mit ihnen in Kontakt, ohne zu erkranken. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, können sie sich unkontrolliert vermehren und in den Körper eindringen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Krebserkrankungen und Chemotherapien, Organtransplantationen und Einnahme von Immunsuppressiva, HIV oder andere Immunschwächen und Diabetes. Auch lange Antibiotikatherapien und intensivmedizinische Behandlungen mit Beatmung oder Kathetern erhöhen das Risiko. Frühgeborene oder ältere Menschen sind anfälliger für Pilzerkrankungen der inneren Organe.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antipilzmitteln. Wichtige Wirkstoffgruppen sind Azole, Echinocandine und Amphotericin B. Die Wahl hängt vom Erreger und dem betroffenen Organ ab. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.Das kann man selbst tun: Das Immunsystem durch gesunde Ernährung, Hygiene und Vermeidung unnötiger Antibiotika stärken. Bei ersten Anzeichen wie anhaltendem Fieber oder Schwäche sollte man jedoch unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich und kann lebensgefährlich sein.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.