Tularämie

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  31.03.2026 00:00 Uhr

Tularämie, auch Hasenpest genannt, ist eine durch das Bakterium Francisella tularensis verursachte Infektionskrankheit, die meist durch Kontakt mit Wildtieren oder Insektenstichen übertragen wird. Sie löst oft grippeartige Beschwerden aus.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Tularämie ist eine seltene bakterielle Erkrankung. Sie tritt in verschiedenen Formen auf, abhängig davon, wie der Erreger in den Körper gelangt. Häufig geschieht dies über kleine Hautverletzungen, den Biss infizierter Tiere oder durch Zecken. Die Erkrankung kann plötzlich einsetzen und beginnt meist mit allgemeinem Krankheitsgefühl. Je nach Verlauf betrifft sich Haut, Lymphknoten oder die Atemwege.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden entwickeln sich meist innerhalb weniger Tage. Typische Anzeichen können sein:

  • plötzlicher Fieberanstieg
  • starke Müdigkeit und Kopf oder Gliederschmerzen
  • entzündete und schmerzhafte Lymphknoten
  • Hautgeschwür an der Eintrittsstelle des Erregers

Mitunter treten Husten und Brustschmerzen auf, wenn die Infektion die Lunge betrifft. Der Verlauf reicht von mild bis schwer. Die Symptome halten unbehandelt oft länger an. Eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

Folgen/Komplikationen

Ohne Behandlung kann Tularämie zu schweren Infektionen führen, die sich auf verschiedene Organe ausbreiten. Mitunter entstehen langanhaltende Lymphknotenschwellungen, die manchmal vereitern. In seltenen Fällen drohen Lungenentzündungen oder eine Blutvergiftung. Besonders geschwächte Menschen können stärker gefährdet sein und eine intensivere medizinische Betreuung benötigen.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Erkrankung wird durch ein sehr widerstandsfähiges Bakterium verursacht, das bei Wildtieren wie Hasen, Nagetieren oder auch Zecken vorkommt. Risikofaktoren sind ein direkter Tierkontakt, Jagd, Arbeiten in der Natur oder das Einatmen von kontaminiertem Staub. Auch der Kontakt mit infiziertem Wasser oder Boden kann eine Rolle spielen. Mensch zu Mensch Übertragungen treten nicht auf.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er stellt die Diagnose anhand der Beschwerden und labordiagnostischer Untersuchungen. Zudem behandelt er mit wichtigen Wirkstoffgruppen wie geeigneten Antibiotika.
Das kann man selbst tun: Unterstützend wirkt, wenn sich Betroffene schonen, ausreichend trinken und bei Bedarf ihr Fieber mit geeigneten Massnahmen senken. Grenzen bestehen. wenn das Fieber anhält, starke Schmerzen auftreten, die Lunge betroffen ist oder sich der Zustand rasch verschlechtert. Dann ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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