Ornithose

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  20.03.2026 00:00 Uhr

Ornithose, auch Papageienkrankheit genannt, ist eine bakterielle Infektion, die durch Erreger aus dem Umfeld von Vögeln übertragen wird. Die Krankheit betrifft vor allem die Atemwege und kann grippeähnliche Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen. Menschen infizieren sich meist durch eingeatmeten Staub, der getrocknete Vogelabsonderungen enthält.

Krankheitsbild

Eine Ornithose entsteht durch Bakterien, die vor allem bei Ziervögeln, Geflügel oder Wildvögeln vorkommen. Gelangen Erreger über die Atemwege in den Körper, vermehren sie sich in der Lunge und können sich weiter ausbreiten. Die Erkrankung beginnt oft schleichend und ähnelt zunächst einem grippalen Infekt. Besonders betroffen sind Personen, die privat engen Kontakt zu Vögeln haben oder beruflich mit ihnen arbeiten.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden können mild oder deutlich ausgeprägt sein. Typische Anzeichen sind:

  • Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
  • Husten, trockener Rachenreiz oder Atembeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall

Der Verlauf reicht von leichten Atemwegsinfektionen bis zu einer schweren Lungenentzündung. Ohne Behandlung können die Symptome über Wochen bestehen und sich verstärken.

Folgen/Komplikationen

Schwere Verläufe können zu einer ausgeprägten Lungenentzündung führen, die zusätzliche medizinische Massnahmen erfordert. In seltenen Fällen können Herz oder Leber mitbetroffen sein. Bei besonders schweren Infektionen kommt es auch zu Kreislaufbelastungen oder im Extremfall sogar zu einer Blutvergiftung. Mit frühzeitiger Therapie lassen sich Komplikationen jedoch meist gut verhindern.

Ursachen/Risikofaktoren

Der Erreger gelangt durch Einatmen von Staubpartikeln in den Körper, die getrocknete Ausscheidungen, Speichel oder Federstaub von Vögeln enthalten. Risikofaktoren bestehen besonders in Vogelhaltung, Geflügelbetrieben, Tierhandlungen oder engem Kontakt zu erkrankten Tieren. Auch ungenügende Hygiene oder schlechte Lüftung kann die Infektionsgefahr erhöhen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Therapie umfasst vor allem Wirkstoffgruppen, die gezielt gegen bakterielle Infektionen wirken und die Erreger zuverlässig bekämpfen.
Das kann man selbst tun: Unterstützend wirkt, wenn man den Kontakt zu möglicherweise erkrankten Vögeln vermeidet und für gute Hygiene sorgt. Grenzen bestehen, wenn Fieber, Atemnot, eine starke Verschlechterung oder anhaltende Beschwerden auftreten. Dann ist eine ärztliche Behandlung zwingend notwendig.

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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