Blastomykose

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  18.02.2026 00:00 Uhr

Blastomykose ist eine seltene Pilzinfektion, die durch das Einatmen von Sporen des Umweltpilzes Blastomyces entsteht. Die Erkrankung betrifft meist zunächst die Lunge, kann aber über das Blut auch andere Organe wie Haut, Knochen oder das Nervensystem befallen und unbehandelt schwer verlaufen. Die Erreger kommen vor allem in Nordamerika vor.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Blastomykose ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch einen Pilz der Gattung Blastomyces ausgelöst wird. Die Schimmelpilze treten vor allem in der Nähe von Flüssen und Seen im Osten Nordamerikas und Süd-Kanadas auf. Die Erkrankung beginnt in der Regel in der Lunge, da die Pilzsporen über die Atemluft aufgenommen werden. Von dort aus ist es möglich, dass sich die Infektion über den Blutweg auch auf andere Organe ausbreitet.

Symptome / Verlauf

Nach der Ansteckung dauert es meist mehrere Wochen bis Monate, bis erste Beschwerden auftreten. Die Erkrankung beginnt häufig schleichend und ähnelt zunächst einer gewöhnlichen Atemwegsinfektion oder einer Lungenentzündung. Betroffene klagen oft über Fieber, Husten, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Auch Nachtschweiss, Brustschmerzen oder Atemnot können auftreten. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben nur milde Beschwerden oder bleiben sogar symptomfrei. Bei anderen entwickelt sich eine ausgeprägte Lungenentzündung oder die Erreger greifen auf andere Körperbereiche über.

Folgen / Komplikationen

Bleibt die Blastomykose unbehandelt, kann sich der Pilz von der Lunge aus im Körper ausbreiten. Besonders häufig treten Hautveränderungen wie Geschwüre auf. Auch Knochen oder andere Bereiche wie das Nervensystem, Hoden oder Prostata können betroffen sein. In seltenen Fällen nimmt die Erkrankung einen schweren oder sogar lebensbedrohlichen Verlauf, insbesondere wenn es zu einer ausgeprägten Lungenschädigung oder Atemnot kommt. Ohne eine geeignete Therapie kann die Blastomykose tödlich enden.

Ursachen / Risikofaktoren

Ursache der Blastomykose ist das Einatmen von Pilzsporen aus der Umwelt. Die Sporen gelangen beim Aufwirbeln von kontaminiertem Boden in die Luft und können so eingeatmet werden. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Zur Diagnosestellung nutzt der Arzt bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen der Lunge sowie Laboruntersuchungen. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Pilzmedikamenten über einen längeren Zeitraum.
Das kann man selbst tun: Nach einem Urlaub in betroffenen Gebieten, ist es wichtig, bei länger anhaltenden oder sich verschlimmernden grippeähnlichen Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Wird eine Blastomykose diagnostiziert, sollten die verordneten Medikamente konsequent eingenommen werden.

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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