Krankheitsbild
Beim Reiter-Syndrom handelt es sich um eine Form der reaktiven Arthritis. Nach einer Infektion reagiert das Immunsystem überschiessend und löst Entzündungen an verschiedenen Körperstellen aus. Besonders häufig betroffen sind Knie, Sprunggelenke und Füsse. Zusätzlich können Augen und Harnwege gereizt sein. Die Beschwerden beginnen meist einige Wochen nach der auslösenden Infektion.
Symptome/Verlauf
Die Symptome entwickeln sich oft schrittweise. Gelenke schwellen an, werden warm und schmerzen bei Bewegung. Die Augen können gerötet sein und brennen. Beim Wasserlassen kann es zu Schmerzen kommen. Der Verlauf ist häufig schubartig und kann Wochen bis Monate dauern. Folgende Symptome weisen auf die Erkrankung hin:
- Schmerzhafte geschwollene Gelenke
- Brennende oder gerötete Augen
- Beschwerden beim Wasserlassen
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann es zu länger anhaltenden Gelenkbeschwerden kommen. Manche Betroffene entwickeln wiederkehrende Schübe. In seltenen Fällen entstehen dauerhafte Gelenkveränderungen. Auch chronische Augenentzündungen können auftreten, die das Sehvermögen beeinträchtigen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser sind meist bakterielle Infektionen der Harnwege oder des Darms. Häufige Erreger sind bestimmte Darmbakterien oder Chlamydien. Zu den Risikofaktoren zählen ungeschützter Geschlechtsverkehr, verunreinigte Lebensmittel, ein geschwächtes Immunsystem oder eine genetische Veranlagung. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann entzündungshemmende oder schmerzlindernde Medikamente einsetzen und bei Bedarf Infektionen behandeln.
Das kann man selbst tun: Allgemeine Schonung, gelenkschonende Bewegung und das Vermeiden weiterer Infektionsrisiken. Grenzen bestehen, wenn starke Schmerzen auftreten, die Augen betroffen sind oder die Beschwerden länger anhalten. Dann ist ärztliche Behandlung unbedingt notwendig.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.