Nach einer schlechten Nacht leidet oft auch die Stimmung. Eine Studie mit mehr als 2.000 jungen Erwachsenen zeigt: Wer dann mehr Obst und Gemüse als gewöhnlich isst, könnte den Effekt abmildern.

Besonders interessant war das Zusammenspiel von Ernährung und Schlaf: Nach einer schlechten Nacht fiel das psychische Wohlbefinden weniger stark ab, wenn die Teilnehmer an diesem Tag mehr Obst und Gemüse als üblich aßen. Dieser Zusammenhang zeigte sich in zwei Tagebuchstudien. Die Forscher sprechen von einem möglichen Puffereffekt.
Von den untersuchten Verhaltensweisen Schlaf, Ernährung und Bewegung zeigte die Schlafqualität den stärksten und beständigsten Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden. Nach einer besseren Nacht als gewöhnlich fühlten sich die Teilnehmer am folgenden Tag besser.
Auch beim Verzehr von Obst und Gemüse zeigte sich ein beständiger Zusammenhang mit dem Wohlbefinden. In zwei Untersuchungen erreichte es bei etwa fünf bis sechs Portionen täglich seinen höchsten Wert. Im Durchschnitt verzehrten die Teilnehmer nur etwa 2,5 Portionen. Auch kurzfristig zeigte sich ein Zusammenhang: An Tagen, an denen sie mehr Obst und Gemüse als gewöhnlich aßen, ging es den Teilnehmern psychisch besser.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht allein auf langfristige Gewohnheiten ankommt. Auch Unterschiede von einem Tag zum nächsten gingen mit Veränderungen des Wohlbefindens einher. Das zeigte sich neben der Ernährung auch bei der körperlichen Aktivität.
An Tagen mit mehr Bewegung als gewöhnlich fühlten sich die Teilnehmer besser. In einer Untersuchung entsprach der statistische Zusammenhang eines zusätzlichen Apfels mit dem Wohlbefinden ungefähr dem von 25 zusätzlichen Minuten körperlicher Aktivität. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Apfel und 25 Minuten Bewegung gesundheitlich die gleiche Wirkung haben.
„Junge Erwachsene müssen keinen speziellen Standard erreichen, um ihr Wohlbefinden zu steigern. Etwas besserer Schlaf, eine etwas gesündere Ernährung oder auch nur zehn Minuten mehr Bewegung als sonst waren mit einer Verbesserung des Befindens am selben Tag verbunden“, erklärte Studienautor Dr. Jack Cooper von der Universität Otago in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von insgesamt 2.086 jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 25 Jahren aus Neuseeland, den USA und Großbritannien aus. Sie stammten aus einer Befragung mit 1.032 Teilnehmern und zwei Tagebuchstudien mit 818 und 236 Teilnehmern. In diesen dokumentierten die Teilnehmer über 13 beziehungsweise acht Tage unter anderem Schlaf, Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden.
Die Ergebnisse belegen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Aus ihnen lässt sich also nicht ableiten, dass mehr Obst und Gemüse oder Bewegung unmittelbar das psychische Wohlbefinden verbessern. Die drei Untersuchungen zeigen jedoch übereinstimmend: Besserer Schlaf, mehr Obst und Gemüse sowie mehr Bewegung gingen bei jungen Erwachsenen mit einem höheren psychischen Wohlbefinden einher.
Quelle: DOI 10.1371/journal.pone.0329689
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