Studie untersucht das psychische Wohlbefinden
Kann Essen dazu beitragen, dass Menschen sich insgesamt wohler fühlen? Genau dieser Frage sind Forscher nachgegangen. Für die Studie wurden Daten von rund 3300 Erwachsenen zwischen 50 und 90 Jahren ausgewertet. Ihr Ergebnis: Menschen über 50, deren Ernährung stärker dem mediterranen Ernährungsmuster entsprach, berichteten über ein höheres psychisches Wohlbefinden als Menschen, die sich anders ernährten. Außerdem nahm ihr Wohlbefinden zu Beginn der Corona-Pandemie weniger stark ab. Mediterrane Ernährung ist reich an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch und Olivenöl.
Nicht nur Depressionen standen im Fokus
Viele frühere Studien haben untersucht, ob die mediterrane Ernährung mit einem geringeren Risiko für Depressionen zusammenhängt. Die aktuelle Untersuchung, die im Fachjournal BMJ Open erschienen ist, ging einen Schritt weiter: Im Mittelpunkt stand das psychische Wohlbefinden insgesamt.
Dazu gehörten Aspekte wie das Gefühl von Selbstbestimmung und Kontrolle über das eigene Leben, Lebensfreude, Sinnhaftigkeit, Energie sowie der Blick in die Zukunft. Der beobachtete Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Forscher depressive Beschwerden und verschiedene soziale Faktoren in ihren Analysen berücksichtigt hatten.
Was wurde untersucht?
Für die prospektive Beobachtungsstudie nutzten die Wissenschaftler Daten aus der englischen Langzeitstudie ELSA (English Longitudinal Study of Ageing) aus. Zwischen 2018 und 2019 dokumentierten die Teilnehmer ihre Ernährung an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen. Ihr psychisches Wohlbefinden wurde zwischen 2018 und 2020 mithilfe von Fragebögen erfasst.
Weniger Einbußen während der Corona-Pandemie
Die Daten zeigten außerdem, dass das psychische Wohlbefinden der Teilnehmer während der ersten Phase der COVID-19-Pandemie insgesamt zurückging. Bei Menschen mit einer stärkeren Orientierung an der mediterranen Ernährung fiel dieser Rückgang jedoch geringer aus. Die Autoren vermuten deshalb, dass diese Ernährungsweise eine gewisse Schutzwirkung haben könnte. Ob sie tatsächlich dafür verantwortlich ist, lässt sich aus der Studie jedoch nicht ableiten.
Was bedeuten die Ergebnisse?
Die Untersuchung liefert weitere Hinweise darauf, dass Ernährung möglicherweise nicht nur die körperliche Gesundheit beeinflusst, sondern auch das psychische Wohlbefinden. Warum dieser Zusammenhang besteht, ist allerdings noch unklar. Die Autoren verweisen darauf, dass Bestandteile der mediterranen Ernährung unter anderem mit einer Verringerung von Stressreaktionen und Entzündungsprozessen, einer besseren Darmgesundheit und mit der Gehirnfunktion in Verbindung gebracht werden. Ob diese Mechanismen die beobachteten Ergebnisse erklären, müssen weitere Studien zeigen.
Welche Grenzen hat die Studie?
Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen. Zudem beruhen die Angaben zur Ernährung und zum Wohlbefinden auf Selbstauskünften der Teilnehmer.
Quelle: DOI 10.1136/bmjopen-2025-109599