Große Studie: Einsamkeit hängt eng mit psychischer Gesundheit zusammen

Hanke Huber  |  28.07.2026 11:15 Uhr

Wer sich einsam fühlt, berichtet deutlich häufiger über psychische Belastungen, ein geringeres Wohlbefinden und eine schlechtere allgemeine Gesundheit. Das zeigt eine internationale Studie mit Daten von Hunderttausenden Menschen.

Eine Frau sitzt mit dem rücken zum Betrachter auf einer Bank und schaut in die Ferne.
Einsamkeit schlägt auf die Psyche und steht mit unter auch mit einem schlechteren Gesundheitszustand in Verbindung.
© m-gucci/iStockphoto

Menschen mit Einsamkeitsgefühlen berichteten häufiger über psychische Belastungen, ein geringeres Wohlbefinden und eine schlechtere allgemeine Gesundheit. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der University of Bristol, Nesta and Amsterdam UMC, die das Fachjournal “Nature Communications” veröffentlicht hat. Die Forschenden nahmen dabei sowohl die Qualität der Beziehungen einer Person in den Blick als auch die soziale Isolation, also eine geringe Anzahl an sozialen Kontakten. Menschen, die sich einsam fühlten, berichteten häufiger über eine schlechtere allgemeine Gesundheit und mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen.

Studie wertet Gesundheitsdaten von Hunderttausenden Menschen aus

Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Daten der UK Biobank, die Daten von knapp 500.000 Menschen zwischen 38 und 73 Jahren aus Großbritannien enthält, sowie großer genomweiter Assoziationsstudien aus. Um möglichst belastbare Ergebnisse zu erhalten, kombinierten die Forschenden klassische Beobachtungsstudien, Geschwistervergleiche und genetische Analysen.

Kein klarer Zusammenhang mit einzelnen körperlichen Erkrankungen

Während der Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, Wohlbefinden und der allgemeinen Gesundheit deutlich ausfiel, fanden die Forschenden keine klaren Hinweise darauf, dass Einsamkeit oder soziale Isolation das Risiko für bestimmte körperliche Erkrankungen erhöhen. Solche Auswirkungen lassen sich auf Grundlage der Daten jedoch auch nicht sicher ausschließen.

Einsamkeit und soziale Isolation sind nicht dasselbe

Die Studie unterscheidet bewusst zwischen Einsamkeit und sozialer Isolation. Einsamkeit beschreibt das subjektive Gefühl, zu wenig soziale Nähe zu haben. Soziale Isolation meint dagegen objektiv wenige soziale Kontakte. Beide hingen zwar miteinander zusammen, zeigten aber unterschiedliche Auswirkungen. Die stärkeren und konsistenteren Effekte fanden sich für Einsamkeit.

Langfristige Auswirkungen sollen weiter untersucht werden

Die Arbeit stützt sich auf eine große Datenbasis und kombiniert mehrere wissenschaftliche Methoden, was die Aussagekraft stärkt. Da die Studie Einsamkeit nur zu einem bestimmten Zeitpunkt gemessen hat, hält es das Autorenteam für wichtig, auch die Auswirkungen anhaltender oder langfristiger Einsamkeit zu untersuchen. Außerdem hatte sich die Studie auf Menschen mittleren Alters und ältere Erwachsene konzentriert. Künftige Studien sollten daher untersuchen, ob diese Muster bei jüngeren Menschen ähnlich sind. 

Forschende sehen Chancen für bessere Prävention

Nach Einschätzung der Forschenden unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Einsamkeit und sozialer Isolation als Thema der öffentlichen Gesundheit. Weitere Studien sollen nun klären, über welche biologischen und sozialen Mechanismen Einsamkeit die Gesundheit beeinflusst und welche Maßnahmen besonders wirksam dazu beitragen können, ihre Folgen zu verringern.

Quelle: DOI 10.1038/s41467-026-74758-7 

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Senioren

Im Fokus diesmal: Welche Milch das meiste Omega-3 enthält, dass es Sportallergie tatsächlich gibt…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben