Ernährung und Schlaf: Wie stark hängt beides zusammen?
Gesunde Ernährung, Bewegung und Schlaf greifen ineinander. Wer sich ausgewogen ernährt, hat mehr Energie für den Alltag und sportliche Aktivitäten. Bewegung wiederum kann den Schlaf verbessern. Eine Untersuchung der Universität Helsinki zeigt, auch die Ernährung selbst scheint direkt mit der Schlafdauer verknüpft zu sein. Menschen mit normaler Schlafdauer essen im Schnitt mehr Obst und Gemüse als Kurz- und Langschläfer.
Wer wenig schläft, isst anders
Die Daten zeigen klare Unterschiede im Essverhalten je nach Schlafdauer:
- Kurzschläfer greifen seltener zu Beeren
- Langschläfer essen weniger Äpfel und Wurzelgemüse
- Bestimmte Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Kohl, Pilze, Zwiebeln sowie Erbsen und Bohnen werden unabhängig von der Schlafdauer ähnlich häufig konsumiert
Das deutet darauf hin, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Auswahl an Obst und Gemüse eine Rolle spielt.
Kann Ernährung bei Schlafproblemen helfen?
Die Forschenden sehen in ihren Ergebnissen mehr als nur eine Momentaufnahme. Sie vermuten, dass eine gezielte Ernährungsumstellung den Schlaf positiv beeinflussen kann. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht. Für die Studie wurden 5.043 Erwachsene befragt. Sie liefern einen praktischen Ansatz: Mehr Obst und Gemüse könnten ein einfacher Baustein sein, um Schlafstörungen zu lindern.
Wie viel Obst und Gemüse sind ideal?
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse. Einige Fachgesellschaften raten sogar zu bis zu 800 Gramm pro Tag. Die Realität sieht anders aus: Viele Erwachsene erreichen diese Mengen nicht. Ein Blick nach Finnland zeigt das deutlich:
- Nur 14 Prozent der Männer essen täglich 500 Gramm Obst und Gemüse
- Bei den Frauen sind es 22 Prozent
Diese Zahlen spiegeln ein Problem wider, das auch in vielen anderen Ländern verbreitet ist.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Schon einfache Anpassungen können helfen:
- Eine Portion Obst zum Frühstück
- Gemüse als fester Bestandteil jeder Hauptmahlzeit
- Beeren oder Apfel als Snack statt Süßigkeiten
Solche Gewohnheiten können nicht nur die allgemeine Gesundheit stärken, sondern möglicherweise auch den Schlaf verbessern.
Quelle: DOI 10.3389/fnut.2024.1319821