UV-Strahlung kann die Haut schädigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Ob sie durch ein Fenster dringt, hängt von der Art des Glases ab. Während viele Scheiben UVB-Strahlen weitgehend abhalten, gelangt ein Teil der UVA-Strahlung oft hindurch.

Wer am Fenster sitzt, ist deshalb nicht automatisch vor den Auswirkungen der Sonne geschützt. Besonders bei langen Aufenthalten im Auto, Büro oder Flugzeug kann UVA-Strahlung eine Rolle spielen.
Fensterscheiben können einen Teil der UV-Strahlung herausfiltern. Wie wirksam dieser Schutz ist, hängt jedoch von der Verglasung ab. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) blockiert Verbund-Sicherheitsglas mit eingearbeiteten Folien sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen weitgehend. Solche Scheiben kommen häufig bei Windschutzscheiben von Autos zum Einsatz.
Bei einfachem Fensterglas sieht es anders aus: Es hält UVB-Strahlung größtenteils zurück, lässt jedoch einen Teil der langwelligen UVA-Strahlung passieren.
UV-Strahlen werden in drei Bereiche eingeteilt:
UVC-Strahlen erreichen die Erdoberfläche praktisch nicht, weil sie von der Atmosphäre absorbiert werden.
Für den Alltag sind vor allem UVA- und UVB-Strahlen relevant. UVB-Strahlung verursacht Sonnenbrand und spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Vitamin D in der Haut. UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und trägt zur Hautalterung bei. Beide Strahlungsarten können Hautschäden begünstigen.
Ein klassischer Sonnenbrand durch UVB-Strahlung ist hinter gewöhnlichem Fensterglas deutlich weniger wahrscheinlich, weil diese Strahlung weitgehend absorbiert wird.
Anders verhält es sich mit UVA-Strahlung. Sie kann je nach Verglasung teilweise durch das Fenster gelangen und die Haut über längere Zeit belasten. Deshalb gilt etwa ein Arbeitsplatz direkt am sonnigen Fenster nicht automatisch als vollständiger Schutz vor UV-Einwirkung.
Die Windschutzscheibe moderner Autos besteht meist aus Verbundglas und bietet einen hohen Schutz vor UV-Strahlung.
Seiten- und Heckscheiben lassen dagegen oft mehr UVA-Strahlung durch. Wer regelmäßig lange Strecken fährt und dabei direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, kann dadurch über Jahre einer erhöhten UV-Belastung ausgesetzt sein. Transparente UV-Schutz-Folien könnten hier Abhilfe schaffen und erhalten die Rundumsicht für den Fahrer.
Auch in Flugzeugen spielt UV-Strahlung eine Rolle. In großer Höhe ist die Belastung durch Sonnenstrahlung stärker als am Boden. Nach Angaben des DKFZ wird diskutiert, ob dies mit dazu beiträgt, dass Piloten und Flugpersonal häufiger an Hautkrebs erkranken als manche andere Berufsgruppen.
Wie stark Passagiere oder Besatzungsmitglieder tatsächlich UV-Strahlung ausgesetzt sind, hängt unter anderem von Flughöhe, Flugdauer, Sitzplatz und den verwendeten Fenstern ab.
Da herkömmliche Fensterscheiben UVB-Strahlung weitgehend abhalten, ist eine Bräunung der Haut hinter Glas nur sehr eingeschränkt möglich.
Auch die Bildung von Vitamin D in der Haut wird hinter einer geschlossenen Fensterscheibe praktisch nicht angeregt.
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