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Tee oder Kaffee? Heiße Getränke könnten das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen

Katrin Faßnacht-Lee  |  15.09.2026 11:22 Uhr

Heiße Getränke stehen schon länger im Verdacht, das Risiko für eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs zu erhöhen. Eine britische Studie mit Daten von rund einer Million Menschen stützt diesen Verdacht. Was Wissenschaftler bisher wissen.

Eine junge Frau führt eine Tasse Tee zum Mund und pustet in die Tasse.
Für die Gesundheit der Speiseröhre könnte es Vorteile haben, Heißgetränke vor dem Trinken abkühlen zu lassen.
© www.peopleimages.com/iStockphoto

Tassenweise Tee zu trinken, gehört für viele Briten zum Alltag. Eine große britische Studie hat nun untersucht, ob die bevorzugte Temperatur von Heißgetränken mit dem Risiko für Speiseröhrenkrebs zusammenhängt. Dabei könnte weniger das Getränk selbst entscheidend sein als seine Temperatur - die Ergbenisse gelten also auch für Kaffee und andere Heißgetränke.

Risiko bei sehr heißen Getränken dreimal so hoch

Forscher werteten Daten von rund 980.000 Erwachsenen aus der UK Biobank und der Million Women Study aus. Die Teilnehmenden gaben an, ob sie ihre Heißgetränke üblicherweise warm, heiß oder sehr heiß tranken. Anschließend wurden ihre Gesundheitsdaten mehr als zehn Jahre lang verfolgt.

Verglichen mit warmen Getränken war das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre bei heißen Getränken nahezu doppelt so hoch. Wer sie nach eigener Einschätzung sehr heiß trank, hatte ein etwa dreimal so hohes Risiko. Was ein Teilnehmer als „heiß“ oder „sehr heiß“ empfand, konnte sich jedoch deutlich unterscheiden. Die Untersuchung kann auch nicht beweisen, dass heiße Getränke den Krebs verursachen. Sie zeigt lediglich einen statistischen Zusammenhang zwischen der bevorzugten Trinktemperatur und dem Erkrankungsrisiko. 

Keine konkrete Temperaturgrenze ableitbar

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Getränke über 65 Grad Celsius als wahrscheinlich krebserregend ein. Diese Grenze stammt jedoch aus anderen Untersuchungen. Als mögliche Erklärung gilt, dass sehr heiße Flüssigkeiten die Schleimhaut der Speiseröhre wiederholt schädigen könnten. Langfristig könnte dies die Entstehung von Krebs begünstigen. Auch dieser Mechanismus ist bislang nicht abschließend geklärt.

Plattenepithelkarzinom ist in Deutschland selten

Speiseröhrenkrebs zählt hierzulande zu den selteneren Krebsarten. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten erkrankten 2023 rund 5.820 Männer und 1.780 Frauen neu daran. Plattenepithelkarzinome – wie in der vorliegenden Studie untersucht – machten 42 Prozent aller Krebserkrankungen der Speiseröhre aus. 

Tabak und Alkohol gelten als wichtigste Risikofaktoren für ein Plattenepithelkarzinom. Wer bei der Trinktemperatur vorsichtig sein möchte, kann Tee, Kaffee und andere Heißgetränke vor dem ersten Schluck etwas abkühlen lassen.

Quelle: DOI 10.1002/ijc.70654

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