Was tun nach Erbrechen? 6 Tipps für Magen und Kreislauf

Elisabeth Kerler  |  16.02.2026 07:24 Uhr

Übergeben? Diese 6 Tipps helfen, Dehydrierung zu vermeiden und den Magen-Darm-Trakt zu stabilisieren. Lesen Sie, wann ärztliche Hilfe nötig ist.

Frau beugt sich über eine Toilettenschüssel und hält sich den Bauch. Sie sieht nicht glücklich aus.
Erbrochen? Was beim Erholen hilft, erklärt ein US-Familienmediziner.
© dragana991/iStockphoto

Erbrechen ist belastend – der Körper verliert Flüssigkeit, der Kreislauf wird schwächer, Übelkeit bleibt zurück. Doch mit der richtigen Ernährung nach Erbrechen kann sich der Magen-Darm-Trakt meist gut erholen. Der US-Familienmediziner Dr. Matthew Goldman erklärt in einem Beitrag der Cleveland Clinic, worauf Betroffene achten sollten.

1. Dem Magen Zeit geben

Direkt nach dem Erbrechen braucht der Körper Ruhe. „Auch wenn Sie denken, dass es Ihnen besser geht, braucht Ihr Magen Zeit, um sich zu beruhigen“, so Goldman. Warten Sie einige Stunden, bevor Sie wieder essen oder trinken. Zu frühes Nachlegen kann erneute Übelkeit auslösen.

2. Mit kleinen Schlucken beginnen

Nach der Pause steht Flüssigkeit im Mittelpunkt. Saugen Sie Eiswürfel oder trinken Sie alle 15 Minuten kleine Schlucke Wasser. So lässt sich eine Dehydrierung nach Erbrechen und so mögliche Schwäche und Übelkeit vermeiden. Wenn selbst Wasser nicht im Körper bleibt, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

3. Klare Flüssigkeiten ergänzen

Wird Wasser gut vertragen, können klare Brühe oder verdünnte Elektrolytlösungen folgen. Sie enthalten Wasser, Glukose sowie Mineralstoffe wie Natrium und Kalium und helfen, den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren.

4. Schonkost langsam einführen

Wenn Flüssigkeiten über Stunden gut vertragen werden, kehrt manchmal der Appetit zurück. Erst jetzt ist leichte Schonkost sinnvoll. Geeignet sind kleine Portionen Banane, Apfelmus, Zwieback, Haferbrei oder Toast. Der Grund: „Milde Lebensmittel sind meist am besten geeignet, weil sie weniger Verdauungsarbeit erfordern.“)

5. Reizende Lebensmittel meiden

Fettige, stark gewürzte oder sehr süße Speisen können den Magen reizen. Auch saure Lebensmittel, Alkohol, koffeinhaltige Getränke und Milchprodukte sollten zunächst gemieden werden, um den Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich zu belasten. Manche solcher Speisen wirken harntreibend, was ebenfalls zu einer Dehydrierung führen kann, warnt Dr. Goldman. 

6. Kleine Mahlzeiten bevorzugen

Wenn Sie sich gut genug fühlen, um zu essen, beginnen Sie mit kleinen Portionen langsam und lieber häufiger. Große Mahlzeiten fordern die Verdauung stärker und können Beschwerden begünstigen.

Wann ärztliche Hilfe wichtig ist

Ein einmaliges Erbrechen oder Übergeben ist meist harmlos. Ärztliche Hilfe sollten Sie jedoch suchen, wenn: 

  • Das Übergeben 24 bis 48 Stunden anhält
  • Fieber über 38,3° C auftritt
  • Blut im Erbrochenen ist oder das Erbrochene eine grüne Farbe hat
  • Sie verwirrt sind
  • Der Urin eine dunkel gefärbt ist oder Sie mehr als fünf Stunden nicht Wasser gelassen haben
  • Sie dehydriert sind, der Mund trocken oder der Durst exzessiv ist
  • Sie Schwindel oder Schwierigkeiten zu stehen haben
  • Sie Muskelkrämpfe bemerken
  • Sie starke Brust-, Bauch-, oder Kopfschmerzen haben
  • Ihr Nacken steif ist

„Erbrechen kann zu schwerer Dehydrierung führen, was ernsthafte Komplikationen verursachen kann“, erklärt der Familienmediziner. 

Was Sie nach dem Übergeben nicht tun sollten

Dr. Goldman betont: Sie sollten sich nicht zwingen, sich zu erbrechen: „Wenn Ihr Körper sich übergeben muss, wird er es,“ betont er. Auch sollten Sie nicht zu schnell zu normalen Mahlzeiten zurückkehren oder sich nach dem Essen oder trinken sofort flach hinlegen: Eine aufrechte Körperhaltung hilft, den Rückfluss zu reduzieren. 

Er betont: Erbrechen ist oft ein Schutzmechanismus des Körpers. Mit Ruhe, gezielter Flüssigkeitszufuhr und magenfreundlicher Ernährung kann sich der Organismus meist rasch stabilisieren.

Quelle: Cleveland Clinic

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