Verstopfung kann den Alltag spürbar belasten. Eine neue Studie zeigt nun: Schon ein 20-minütiger Spaziergang könnte die Darmtätigkeit innerhalb weniger Minuten ankurbeln. Die Wirkung tritt schnell ein, hält aber nur kurz an.

Wer unter einer trägen Verdauung leidet, kennt den Rat: mehr bewegen. Doch wie schnell reagiert der Darm tatsächlich auf körperliche Aktivität? Eine aktuelle Untersuchung der Fujita Health University in Japan liefert dazu überraschend konkrete Hinweise.
In der Studie zeigte sich: Bereits ein bis zwei Minuten nach einem 20-minütigen Spaziergang nahm die Aktivität des Darms messbar zu. Die Forscher registrierten stärkere, häufigere und länger anhaltende Darmgeräusche als im Ruhezustand. Solche Geräusche entstehen, wenn sich Flüssigkeiten und Gase durch den Darm bewegen, und gelten als Hinweis auf die sogenannte Darmmotilität, also die Bewegungsaktivität des Darms. Der beobachtete Effekt war allerdings nur von kurzer Dauer. Nach etwa zwei bis drei Minuten gingen die gesteigerten Werte wieder zurück.
Für die kleine Studie wurden 21 gesunde junge Erwachsene untersucht. Zunächst ruhten die Teilnehmenden im Liegen, während ihre Darmgeräusche mit einem elektronischen Stethoskop aufgezeichnet wurden. Anschließend gingen sie 20 Minuten lang auf einem Laufband in einem selbst gewählten, angenehmen Tempo. Danach maßen die Forschenden mehrfach die Darmgeräusche über einen Zeitraum von 15 Minuten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht.
Die neuen Ergebnisse liefern eine mögliche Erklärung dafür, warum ein Spaziergang die Verdauung ankurbeln kann. Offenbar reagiert der Darm sehr schnell auf Bewegung. Nach Ansicht der Forscher könnten Veränderungen im vegetativen Nervensystem oder Reflexe durch die natürlichen Bewegungen des Körpers beim Gehen dabei eine Rolle spielen.
Allerdings zeigt die Studie nicht, ob die beobachteten Veränderungen tatsächlich Verstopfung lindern oder den Stuhlgang verbessern. Gemessen wurden lediglich Darmgeräusche als indirekter Hinweis auf Darmbewegungen. Ob und in welchem Ausmaß Menschen mit Verdauungsproblemen davon profitieren, müssen weitere Untersuchungen klären.
Quelle: DOI 10.1038/s41598-025-18860-8
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