„Lymphatic Walking“ wird in sozialen Medien gegen Wassereinlagerungen und für einen flacheren Bauch empfohlen. Die Methode ist simpel: langsam gehen, tief atmen, die Arme locker mitschwingen lassen. Was dabei mit dem Lymphfluss passiert und welche Versprechen wissenschaftlich nicht belegt sind.

Beim Lymphatic Walking geht man langsam und achtet besonders auf eine aufrechte Körperhaltung, eine tiefe Bauchatmung und locker mitschwingende Arme.
Häufig werden zehn bis 30 Minuten täglich empfohlen. Eine eigenständige Trainingsmethode steckt allerdings nicht dahinter. Lymphatic Walking kombiniert gewöhnliches langsames Gehen mit bewusster Haltung und Atmung.
Anders als das Herz-Kreislauf-System besitzt das Lymphsystem keine zentrale Pumpe wie das Herz, die Flüssigkeit kontinuierlich durch den Körper befördert. Muskelbewegungen und die Atmung tragen dazu bei, die Lymphflüssigkeit weiterzutransportieren. Körperliche Aktivität kann deshalb den Lymphtransport unterstützen.
Beim Gehen spielt unter anderem die Wadenmuskulatur eine Rolle: Durch das wiederholte Anspannen und Entspannen der Muskeln wird der Flüssigkeitstransport unterstützt. Auch Druckveränderungen durch die Atmung können den Lymphfluss beeinflussen.
Ob langsames „Lymphatic Walking“ mit tiefer Bauchatmung und mitschwingenden Armen dabei einen zusätzlichen Nutzen gegenüber gewöhnlichem Gehen hat, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Auch für einen besonderen Effekt der tiefen Bauchatmung während des Gehens fehlen ausreichende Untersuchungen.
Bewegung kann den Flüssigkeitstransport im Körper unterstützen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Lymphatic Walking Wassereinlagerungen gezielt beseitigt oder besser dagegen hilft als ein gewöhnlicher Spaziergang.
Auch andere Versprechen in sozialen Medien gehen zu weit. Lymphatic Walking „entgiftet“ den Körper nicht und „reinigt“ auch nicht die Lymphe. Für einen dauerhaft flacheren Bauch durch diese spezielle Form des Gehens gibt es ebenfalls keinen wissenschaftlichen Beleg.
Regelmäßiges Gehen lohnt sich trotzdem. Es unterstützt das Herz-Kreislauf-System, verbraucht Kalorien und kann die Verdauung fördern. Dafür braucht es allerdings keine spezielle „lymphatische“ Gehtechnik. Wer wegen des Trends täglich zehn bis 30 Minuten spazieren geht, tut seiner Gesundheit also durchaus etwas Gutes. Neu sind die gesundheitlichen Vorteile nicht: Auch normales Gehen oder Wandern bringt Bewegung in den Alltag.
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