Zweimal täglich Zähne putzen – das wissen die meisten. Doch auch kleine Details können einen Unterschied machen: Wie viel Druck ist richtig? Nehme ich zu viel oder zu wenig Zahnpasta? Sollte man den Mund nach dem Putzen ausspülen? Und was bringt ein Zungenreiniger? Fünf Tipps für eine bessere Mundhygiene.

Wer seine Zähne vor Karies und Zahnfleischerkrankungen schützen möchte, sollte nicht nur regelmäßig, sondern auch mit der richtigen Technik putzen. Dabei kommt es auf einige Dinge an, die im Alltag leicht übersehen werden.
Viel Druck bedeutet nicht automatisch saubere Zähne. Wer beim Putzen zu kräftig schrubbt, kann das Zahnfleisch verletzen und auf Dauer die Zahnhartsubstanz schädigen, erklärt Dr. Jochen H. Schmidt, zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln. Sein Tipp: Ein einfacher Test mit einer Küchenwaage kann helfen, ein Gefühl für den Putzdruck zu entwickeln. Dazu wird die Zahnbürste vorsichtig auf die Waage gedrückt. „Im Idealfall zeigt diese 100 bis 150 Gramm an“, so der Zahnarzt. Noch einfacher geht es mit einer elektrischen Zahnbürste, die bei zu starkem Druck warnt.
Schmidt zufolge „verputzten“ die Deutschen jährlich nur etwas mehr als 1/3 Liter Zahnpasta. Doch um die Zähne zweimal täglich gründlich zu reinigen, wäre ungefähr die doppelte Menge sinnvoll. Deshalb: Beim Dosieren der Zahncreme lieber zweimal auf die Tube drücken: „Etwa 1,5 cm sind bei Erwachsenen ideal. Oder praktischer ausgedrückt: die Fläche des Borstenfeldes sollte bedeckt sein“, so der Zahnmediziner.
Entscheidend ist auch, dass die Zahnpasta ausreichend Fluorid enthält. Für Erwachsene eigne sich Schmidt zufolge eine Zahnpasta mit 1400-1450 ppm Fluorid. Die Konzentration steht auf der Verpackung. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und hilft, Karies vorzubeugen. Wer zweimal täglich etwa zwei Minuten lang mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, tut bereits viel für seine Zahngesundheit.
Viele Menschen spülen ihren Mund nach dem Zähneputzen gründlich mit Wasser aus. Besser ist es, die überschüssige Zahnpasta lediglich auszuspucken. So bleibt mehr Fluorid auf den Zähnen zurück und kann länger wirken. Wer direkt nach dem Putzen mit reichlich Wasser nachspült, entfernt dagegen einen Teil des schützenden Fluorids.
Die Zahnbürste erreicht nicht alle Stellen zwischen den Zähnen. Deshalb sollten auch die Zahnzwischenräume regelmäßig gereinigt werden. Für größere Zwischenräume eignen sich Interdentalbürsten. Bei engen Zahnzwischenräumen kann Zahnseide die bessere Wahl sein. Dabei sollte sie vorsichtig zwischen die Zähne geführt und anschließend an den Zahnflächen auf und ab bewegt werden. Wichtig ist, nicht mit Kraft ins Zahnfleisch zu schneiden.
Auf der Zunge können sich Beläge ansammeln, in denen zahlreiche Bakterien leben. Diese können unter anderem Mundgeruch begünstigen. Ein Zungenreiniger kann helfen, solche Beläge zu entfernen. Er wird vorsichtig von hinten nach vorne über die Zunge gezogen. Zu starker Druck sollte vermieden werden. Die Zungenreinigung kann die tägliche Mundhygiene ergänzen, ersetzt aber weder das Zähneputzen noch die Reinigung der Zahnzwischenräume.
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