Erst Zahnseide oder erst Zähneputzen? Studie spricht für eine bestimmte Reihenfolge

Natascha Schleif  |  17.07.2026 09:05 Uhr

Millionen Menschen nutzen Zahnseide täglich. Doch sollte sie vor oder nach dem Zähneputzen zum Einsatz kommen? Eine Studie deutet darauf hin, dass eine Reihenfolge Vorteile hat.

Frau nutzt Zahnseide vor dem Spiegel.
Zahnseide gehört zu einer gründlichen Mundhygiene dazu.
© Prostock-Studio/iStockphoto

Zur täglichen Mundhygiene gehört für Zahnärzte neben der Zahnbürste auch Zahnseide. Lange war allerdings unklar, ob sie vor oder nach dem Zähneputzen am wirksamsten ist.

Kleine Studie: Erst Zahnseide, dann putzen

Eine kleine Studie mit 25 Zahnmedizinstudenten kommt zu dem Ergebnis: Wer zuerst Zahnseide verwendet und anschließend die Zähne putzt, entfernt mehr Plaque als bei der umgekehrten Reihenfolge. Das galt sowohl für die gesamte Zahnoberfläche als auch speziell für die Zahnzwischenräume. 

Mehr Fluorid zwischen den Zähnen

Die Fluoridkonzentration im Biofilm der Zahnzwischenräume war ebenfalls höher, wenn zuerst Zahnseide verwendet wurde. Fluorid, das in vielen Zahnpasten steckt, härtet die Zähne, macht sie resistenter gegen Säuren und schützt vor Karies.

Warum die Reihenfolge einen Unterschied bedeuten könnte

Nach Einschätzung der Autoren entfernt Zahnseide zunächst Speisereste und Beläge aus den Zahnzwischenräumen. Anschließend kann die fluoridhaltige Zahnpasta diese Bereiche besser erreichen. Auch das Ausspülen nach dem Putzen könnte den Effekt unterstützen.

Warum Zahnseide zusätzlich zum Zähneputzen wichtig ist

Zähneputzen allein reicht für die gründliche Entfernung von Plaque nicht aus, weil die Zahnzwischenräume dabei besonders im hinteren Bereich nicht vollständig erfasst werden. Die Studie wurde bereits 2018 veröffentlicht und liefert einen Hinweis darauf, dass die Reihenfolge beim Zähneputzen eine Rolle spielen könnte. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl sind weitere Untersuchungen nötig. Am wichtigsten bleibt aber, Zahnseide regelmäßig und mit der richtigen Technik zu verwenden.

Quelle: DOI 10.1002/JPER.17-0149

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