Für Zahnärzte gehört Zahnseide zur täglichen Mundhygiene. Lange war allerdings unklar, ob sie besser vor oder nach dem Zähneputzen verwendet werden sollte.
Studie empfiehlt: Erst Zahnseide, dann Zähneputzen
Eine kleine Studie mit 25 Zahnmedizinstudenten kommt zu dem Ergebnis: Erst Zahnseide benutzen und anschließend die Zähne putzen. Für die Untersuchung wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils genaue Anweisungen erhielten, wie sie ihre Zähne reinigen sollten. In der Gruppe, die zuerst Zahnseide benutzt hatte, war die Entfernung der Beläge insgesamt und in den Zahnzwischenräumen besser als bei der umgekehrten Reihenfolge.
Zahnseide verbessert auch die Fluoridwirkung
Die Fluoridkonzentration im Biofilm der Zahnzwischenräume war ebenfalls höher, wenn zuerst Zahnseide verwendet wurde. Fluorid, das in vielen Zahnpasten steckt, härtet die Zähne, macht sie resistenter gegen Säuren und schützt vor Karies.
Warum Zahnseide vor dem Putzen besser wirken könnte
Die Autoren der Studie führen das Ergebnis darauf zurück, dass Partikel aus dem Zahnzwischenraum besser entfernt werden, wenn die Zahnzwischenräume schon vor dem Putzen mit Zahnseide gereinigt werden. Sie nehmen an, dass das Ausspülen nach dem Zähneputzen zusätzlich dazu beiträgt.
Warum Zahnseide zusätzlich zum Zähneputzen wichtig ist
Zähneputzen allein reicht für die gründliche Entfernung von Plaque nicht aus, weil die Zahnzwischenräume dabei besonders im hinteren Bereich nicht vollständig erfasst werden. Die Studie wurde bereits 2018 veröffentlicht und liefert einen Hinweis darauf, dass die Reihenfolge beim Zähneputzen eine Rolle spielen könnte. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl sind weitere Untersuchungen nötig. Am wichtigsten bleibt aber, Zahnseide regelmäßig und mit der richtigen Technik zu verwenden.
Quelle: DOI 10.1002/JPER.17-0149