Kinder mit leichter Erdnussallergie konnten mit Erdnussbutter aus dem Supermarkt nach und nach eine Desensibilisierung erreichen: Sie vertrugen Erdnüsse am Ende deutlich besser und in größer Mengen als Kinder, die Erdnüsse komplett gemieden hatten. Dieser Effekt war bei den meisten Kindern langanhaltend.

Eine gängige Methode zur Behandlung einer starken Erdnuss-Allergie, bei der schon eine halbe Erdnuss schwerste Reaktionen auslösen kann, ist die orale Immuntherapie. Dabei werden unter ärztlicher Überwachung sehr langsam steigende Mengen an Erdnussprotein verabreicht.
Es gibt jedoch auch viele Menschen, die nicht ganz so heftig allergisch reagieren. Bei ihnen können kleine, steigende Mengen gewöhnlicher Erdnussbutter zu einer besseren Verträglichkeit beitragen, wie eine Studie mit Kindern zwischen 4 und 14 Jahren zeigt: Die Hälfte von ihnen begann, täglich 1/8 Teelöffel Erdnussbutter zu essen, und erhöhte die Dosis über 18 Monate hinweg schrittweise auf bis zu einem Esslöffel pro Tag. Keines von ihnen hatte eine schwere allergische Reaktion, und nur eines benötigte einmal Adrenalin.
Nach abgeschlossener Behandlung wurde unter ärztlicher Aufsicht untersucht, wie viel Erdnuss die Kinder vertrugen. 32 Kinder aus der Erdnussbutter-Gruppe konnten problemlos die maximale Menge von neun Gramm Erdnussprotein oder drei Esslöffeln Erdnussbutter essen. Aus der Kontrollgruppe, die Erdnussprodukte gemieden hatten, vertrugen nur 3 von 30 Kindern diese Menge.
Die Allergiespezialistin Prof. Dr. Julie Wang sagte: „Wir waren begeistert, dass diese Behandlungsstrategie sogar noch erfolgreicher war als erwartet.“ Um zu testen, ob die Desensibilisierung von Dauer war, aßen die Kinder der Erdnuss-Gruppe anschließend über 16 Wochen hinweg noch mindestens zwei Esslöffel Erdnussbutter pro Woche und vermieden sie dann acht Wochen lang komplett. 26 von 30 Kindern vertrugen weiterhin neun Gramm Erdnussprotein, was für eine langanhaltende Desensibilisierung spricht. Insgesamt waren 68,4 Prozent der Erdnuss-Gruppe anhaltend tolerant geworden, aber nur 8,6 Prozent der Kontrollgruppe.
Quelle: DOI 10.1056/EVIDoa2400306
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