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Jeder Dritte scheitert an Gesundheitsinformationen

Hanke Huber  |  12.06.2026 13:30 Uhr

Jeder dritte Erwachsene mittleren Alters hat Schwierigkeiten, medizinische Informationen zu verstehen und anzuwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA. Das kann die Behandlung chronischer Erkrankungen erschweren und gesundheitliche Risiken erhöhen.

Frau liest einen Zettel und hält Tabletteblister in der Hand
Viele Menschen verstehen die Informationen auf Beipackzetteln nicht vollständig.
© ©Viktoria Korobova/iStockphoto

Die neue Studie der Northwestern University in Chicago hat ergeben, dass jeder dritte US-amerikanische Erwachsene mittleren Alters nicht in der Lage ist, Packungsbeilagen korrekt zu lesen, medizinische Unterlagen zu verstehen oder sich an Details von Arztbesuchen im Zusammenhang mit der Diagnose chronischer Erkrankungen zu erinnern. Diese Fähigkeiten – oft als Gesundheitskompetenz bezeichnet – sind entscheidend für den Umgang mit häufigen Erkrankungen wie Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel und Diabetes, die oft in der Lebensmitte erstmals auftreten.

Alltagstests zur Bewertung der Gesundheitskompetenz

Für die Studie nahmen die Forschenden 1.000 Erwachsene im Alter von 35 bis 64 Jahren, die in Krankenhäusern und Gesundheitszentren in Chicago behandelt wurden, unter die Lupe. Die Teilnehmenden mussten verschiedene praxisnahe Aufgaben lösen, etwa Informationen aus Beipackzetteln verstehen. Hierzu mussten sie Fragen beantworten wie: „Soll das Medikament mit einer Mahlzeit eingenommen werden?“ oder „Darf man während der Einnahme Alkohol trinken oder sich der Sonne aussetzen?“

Ein anderer Test bestand darin, ärztliche Anweisungen nach einem Video zur gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) wiederzugeben. Zudem sollten die Teilnehmer schriftliche Patienteninformationen auswerten. Diese Fähigkeiten seien entscheidend für den Umgang mit chronischen Erkrankungen, die häufig im mittleren Lebensalter auftreten, so die Forschenden. 

Zusammenhang mit Bildung, Einkommen und Gesundheit

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Eine geringe Gesundheitskompetenz hing mit niedrigerem Einkommen, geringerem Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit sowie häufigerem Auftreten chronischer Erkrankungen, höherem Medikamentenkonsum und schwächeren kognitiven Leistungen zusammen. 

Einfache Sprache macht Infos verständlicher

Derzeit seien viele Patienteninformationen auf dem Niveau der Oberstufe oder des Hochschulstudiums verfasst. Die Autoren empfehlen, Gesundheitsinformationen in einfacher Sprache zu verfassen und Patienten stärker bei der Anwendung medizinischer Informationen zu unterstützen, um Behandlungsergebnisse zu verbessern.

Quelle: DOI: 10.1007/s11606-026-10560-x

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