Eine Lungenentzündung nach Aufstossen von Magensaft entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Atemwege gelangt. Das reizt das Lungengewebe oder löst eine Infektion aus. Besonders gefährdet sind Menschen mit Schluckstörungen oder Bewusstseinsstörungen.
Bei dieser Form der Lungenentzündung gelangen kleine Mengen von Magensaft oder Speiseresten in die Lunge. Der saure Inhalt kann das Lungengewebe chemisch schädigen. Zusätzlich können Bakterien aus dem Magen-Darm-Bereich in die Lunge gelangen und eine Infektion auslösen. Oft treten Beschwerden einige Stunden nach dem Ereignis auf.
Typische Beschwerden entwickeln sich meist rasch. Häufig kommt es zu Husten, Luftnot und Brustschmerzen. Einige Betroffene spüren auch Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Warnzeichen sind:
- Husten mit auffälligem Geschmack im Mund nach dem Aufstossen
- zunehmende Atemnot
- Fieber oder Schüttelfrost
- Schmerzen beim Atmen
Die Beschwerden können sich schnell verschlimmern. Ein schwerer Verlauf ist vor allem bei geschwächten oder älteren Menschen möglich.
Unbehandelt kann eine solche Lungenentzündung zu ernsten Problemen führen. Dazu zählen eine starke Verschlechterung der Atmung oder eine Ausbreitung der Infektion auf die Blutbahn. In schweren Fällen droht Atemversagen. Auch eine dauerhafte Schädigung des Lungengewebes ist möglich, wenn die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt wird.
Die häufigste Ursache ist das Einatmen von Mageninhalt nach Erbrechen oder unkontrolliertem Aufstossen. Manche Menschen haben ein höheres Risiko. Hierzu zählen Schluckstörungen, zum Beispiel nach Schlaganfällen, und Bewusstseinsstörungen durch Alkohol, Medikamente oder Erkrankungen. Auch Refluxbeschwerden, ein hohes Alter oder geschwächte Abwehrkräfte steigern die Wahrscheinlichkeit dieser Art Form der Lungenentzündung.
Das macht der Arzt: Er entscheidet anhand der Beschwerden und Untersuchungen, ob eine Behandlung mit Antibiotika oder mit entzündungshemmenden Massnahmen nötig ist.
Das kann man selbst tun: Zunächst versuchen, ruhig zu atmen, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Grenzen sind erreicht, sobald Atemnot, Fieber oder starke Schmerzen auftreten. Dann ist eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich.Quellenangabe:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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